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Notizen

BAMANA-Schrein-Mutterschaftsfigur (Gwandusu)

Eine wahrhaft kolossale stehende Schreinfigur (19. bis 1. Hälfte 20. Jh., 150 cm) von den Bamana in Mali - eine Mutter, die ein Kind hält, gekrönt von einem hohen kegelförmigen, mit Amuletten beladenen Hut.

1. Die Jo- und Gwan-Gesellschaften

Dies ist eine der am meisten verehrten Skulpturen der Bamana (Bambara)-Kultur, die mit den Jo- und Gwan-Geheimgesellschaften verbunden ist.

  • Gwandusu (Die ideale Mutter): Figuren dieses Typs, bekannt als Gwandusu, stellen das ultimative weibliche Ideal der Bamana dar - eine Frau von außergewöhnlicher physischer Stärke, mystischer Kraft (nyama) und leidenschaftlicher Hingabe an ihre Abstammung. Wie Kate Ezra in ihren grundlegenden Studien darlegt, verkörpern sie diese Kraft durch kanonische Merkmale wie den langgestreckten, zylindrischen Torso, die massiven, pfeilförmigen Brüste und das im Hochrelief gearbeitete Kind.
  • Fruchtbarkeitsschreine: Frauen, die unter Unfruchtbarkeit litten, brachten an diesen massiven Statuen Opfergaben dar und baten die Ahnenmütter, sie mit Kindern zu segnen. Im Gegensatz zu Komo- oder Boli-Objekten, die durch dicke, künstlich aufgebaute Opferkrusten bestechen, wurden Gwan-Figuren rituell gewaschen und mit pflanzlichen Ölen gepflegt.

2. Monumentaler Maßstab

Mit einer Höhe von 150 cm (fünf Fuß) ist dies eine wahrhaft kolossale Schreinfigur. Der kegelförmige, amulettbeladene Hut signalisiert ihren Status als Meisterin des esoterischen Wissens - ein Beweis dafür, dass in der Bamana-Kultur weibliche Gründerinnen ebenso magisch mächtig waren wie männliche Jäger. Das beträchtliche Alter der Skulptur zeigt sich in dem extrem ausgetrockneten Holz, das tiefe Trocknungsrisse an Abdomen und Hals sowie massive Insektenfraßspuren aufweist. Diese völlig trockene und verwitterte Patina deutet darauf hin, dass die Figur nach einer langen rituellen Nutzungsphase über längere Zeit ungeschützt in einem Schrein verblieb oder aufgegeben wurde.

Zusammenfassung

Dieser stehende Bamana Gwandusu ist ein monumentaler Tribut an die weibliche Macht. Er erhebt die Mutterschaft von der reinen Biologie auf eine Ebene höchster spiritueller und gesellschaftlicher Autorität und dient als massiver physischer Anker für Fruchtbarkeitsriten im Zentrum des Jo/Gwan-Schreins.

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