Chokwe Pwo / Mwana Pwo Maske (Angola)
Dies ist ein klassisches Beispiel einer Chokwe (oder Tchokwe) Maske aus Angola, bekannt als Pwo oder Mwana Pwo.
Diese Maske ist eine Maskeradenmaske, die für Auftritte gedacht ist.
1. Identität und Geschlecht
- Pwo / Mwana Pwo: Diese Begriffe beziehen sich auf die "erfüllte Frau" oder "junge Frau" Obwohl die Maske eine weibliche Vorfahrin und den Höhepunkt weiblicher Schönheit darstellt, wird sie ausschließlich von Männern geschnitzt und getanzt.
- Matrilineare Ehre: Die Chokwe sind eine matrilineare Gesellschaft. Diese Maske wird getanzt, um Frauen zu ehren, die erfolgreich eine Geburt überlebt haben, und um der Gemeinschaft Fruchtbarkeit und Wohlstand zu bringen.
2. Wichtige visuelle Merkmale
Die Schnitzerei folgt dem "Kanon" der Chokwe-Ästhetik:
- Rotpigment (Tukula): Die tief rotbraune Farbe wird durch Einreiben des Holzes mit einer Mischung aus rotem Rotholzpulver (tukula) und Öl erzielt. Dies steht für die rote Tonerde, die traditionell bei Initiationsriten auf die Haut von Frauen aufgetragen wird, um Gesundheit und Fruchtbarkeit zu symbolisieren.
- Horizontale Schlitzaugen: Beachten Sie, dass die Augen schmale Schlitze in großen, konkaven Augenhöhlen sind. Dies symbolisiert die Fähigkeit des Geistes, in die unsichtbare Welt zu sehen ("zweites Gesicht").
- Der "Block"-Mund: Der Mund ist als hervorstehender, rechteckiger Block geschnitzt, der oft leicht geöffnet ist. Bei einigen Varianten sind gefeilte Zähne zu sehen, die bei den Chokwe ein historisches Merkmal für Schönheit waren.
- Pockennarben (Masyoji): Die dichten gepunkteten Muster auf den Wangen sind Darstellungen von Tätowierungen oder Skarifikationen. Diese besonderen Markierungen werden oft masyoji genannt, was übersetzt "Tränen" bedeutet Sie stellen die gemischte Freude und Trauer dar, die eine Mutter empfindet, wenn ihr Sohn erwachsen wird und sie verlässt, um sich der Männergesellschaft anzuschließen.
3. Ritueller Kontext: Die Mukanda
Diese Maske spielt eine wichtige Rolle bei der Mukanda, dem Initiationslager für Jungen.
- Die Aufführung: Ein männlicher Tänzer trägt diese Maske zusammen mit einem eng anliegenden, gestrickten Faseranzug (oft mit angebrachten falschen Holzbrüsten). Im Gegensatz zu den aggressiven oder "wilden" männlichen Masken bewegt sich der Pwo-Tänzer mit langsamen, anmutigen und würdevollen Schritten, um den Eingeweihten beizubringen, wie sie Frauen respektieren und sich wie erwachsene Männer verhalten sollen.
- Spirituelle Präsenz: Für die Gemeinschaft ist der Tänzer kein Mann mehr; er ist das physische Gefäß für den Geist einer schönen weiblichen Vorfahrin, die zurückkehrt, um das Dorf zu segnen.
Zusammenfassung
Diese Maske ist ein Beweis für den hohen Status der Frauen in der Chokwe-Kultur. Die schweren "Pockennarben" auf den Wangen und die dunklen geometrischen Muster auf der Stirn (die oft ein cingelyengelye oder ein portugiesisches Kreuz darstellen) sind diagnostische Merkmale, die ihre Herkunft aus den angolanisch-kongolesischen Grenzregionen belegen.



