SammlungAfrican Art Archive
Notizen

MAHONGWE Reliquienwächter-Figur

Ein außergewöhnlicher Mahongwe bwete Reliquienschrein (1. Hälfte 20. Jh., 46 cm) aus Gabun - eine stark abstrahierte, flache, blattförmige Holzarmatur, die vollständig von Hunderten von eng gewickelten horizontalen Streifen aus dünnem Kupfer- und Messingdraht umhüllt ist, mit einem zentralen vertikalen Metallsteg, der das "Gesicht" teilt, unterbrochen von zwei kleinen, hervorstehenden konischen Augen und einem geschwungenen Metallband, das eine Nase/einen Mund darstellt. **Veröffentlicht in Kopfskulpturen S. 150

1. Der Höhepunkt der Drahtwickel-Abstraktion

Die Mahongwe (eine Untergruppe des Kota-Komplexes in Gabun) trieben die Reliquienform mbulu ngulu an ihre absolute Grenze der Abstraktion.

  • Meilen feiner Drähte: Anstelle großer gehämmerter Metallplatten, wie sie von ihren Kota-Nachbarn verwendet wurden, verwendeten die Mahongwe-Künstler kilometerlange, unglaublich fein gezogene Messing- und Kupferdrähte, die akribisch Seite an Seite über den Holzkern gewickelt wurden.
  • **Das Ergebnis ist eine stark strukturierte, gerippte Oberfläche, die das Licht auf eine völlig andere, fast vibrierende Weise einfängt und streut - das Gesicht ist auf eine reine, strahlende Tropfen- oder Blattform reduziert, mit einem absoluten Minimum an anatomischen Markierungen.

2. Bwete Guardians und übernatürliche Reflexion

Wie die Kota banden auch die Mahongwe diese Bwete-Figuren an geflochtene Körbe, die die Schädel hochrangiger Stammesgründer enthielten.

  • Prestige Copper: Die intensive Verwendung von Kupfer - einem hoch angesehenen, teuren und spirituell aufgeladenen Material in Zentralafrika - sollte Hexen oder Uneingeweihte "blenden" und abschrecken.
  • Vibrierende magische Barriere: Man glaubte, dass die reflektierende, vibrierende Oberfläche der engen Drahtumwicklung die intensive, unergründliche Kraft des Reichs der Ahnen widerspiegelte und eine visuelle und magische Barriere um die Knochen bildete.

3. Publikationsgeschichte und oxidative Alterung

Ein bemerkenswertes Sammlungsstück, dessen Einordnung durch eine Veröffentlichung gestützt wird.

  • Kopfskulpturen S. 150: Veröffentlicht im kanonischen Text Kopfskulpturen (S. 150).
  • Erdigris-Spalten: Der Kupferdraht hat in den Spalten einen reichen, dunklen Grünspan und eine tiefbraune Oxidation entwickelt - ein chemischer Prozess, der jahrzehntelange Einwirkung von feuchter Tropenluft erfordert. Der hölzerne Griff zeigt deutliche strukturelle Austrocknung und altersbedingten Verschleiß, was für ein traditionell genutztes gabunisches Objekt spricht.

Zusammenfassung

Diese Mahongwe-Figur stellt ein feines Beispiel der gabunischen Reliquienkunst dar und veranschaulicht die hochentwickelte afrikanische Drahtwickelabstraktion. Die Publikationsgeschichte und die ausgeprägte oxidative Alterung machen sie zu einem bedeutenden Objekt für Sammler und zu einem eindrucksvollen Zeugnis spiritueller Geometrie.

Weitere Werke der Sammlung