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Notizen

BAMANA Komo Kopf Wappen Maske (gekräuselt)

Eine horizontale, animalische Bamana Komokun-Kopfmaske (wohl 1. Hälfte 20. Jh., 59 cm) aus Mali - eine verlängerte Schnauze mit massiven, klaffenden Kiefern, gekrönt von Hörnern und dichten Büscheln aus Stachelschweinfedern, Federn und Fasern, die in eine dunkle, verkrustete und rissige Opferkruste eingebettet sind. Gepaart mit 0383.

1. Die zoomorphe Architektur der Furcht

Die Masken der Komo-Gesellschaft (Komokun) gelten als eindrucksvolle Beispiele für psychologische Einschüchterung und chimärenhafte Assemblage.

  • Chimäre Kombination: Sie stellen kein einzelnes Tier dar - sie kombinieren verschiedene Elemente der Wildnis: die Kiefer eines Krokodils oder einer Hyäne, die Hörner einer Antilope, die Abwehrfedern eines Stachelschweins.
  • Architektur eines übernatürlichen Wesens: Die horizontale Architektur soll den Träger in eine übernatürliche Bestie verwandeln, die die Kräfte des Busches beherrscht.

2. Die Gerichtsbarkeit der Komo-Gesellschaft

Diese Masken werden von den Komotigi (Häuptling und Schmiedemeister der Komo-Gesellschaft) waagerecht auf dem Kopf getragen und gelten traditionell als Instrumente der sozialen Kontrolle.

  • Der Komo gilt in der Bamana-Kultur traditionell als eine maßgebliche Instanz der sozialen Kontrolle und Justiz - maskierte Tänzer treten Berichten zufolge vorwiegend nachts auf und führen Tänze auf, um schädliche Einflüsse abzuwehren, Vergehen zu ahnden und die Autorität der Ältesten zu stützen.
  • Waffenartige Stacheln: Die Einbeziehung von Stachelschweinstacheln und Federn wird im rituellen Kontext als Schutzmittel gegen Schadzauber verstanden.

3. Boli-ähnliche Patina und additive Magie

Ähnlich wie die Boliw-Altäre beziehen auch diese Masken ihre zugeschriebene Kraft aus additiver Magie.

  • Teerähnliche Kruste: Stark verkrustet mit einer dicken teerähnlichen Patina aus organischen Substanzen wie Schlamm und gekauten Kolanüssen - die Integration organischer Materie direkt in diese gehärtete Kruste legt eine aktive Verwendung im 20. Jahrhundert in geheimen, ausschließenden Riten nahe.
  • Kiele in der Kruste eingeschlossen: Die Federkiele sind durch getrocknete Opfersubstanz gebunden - sie sind fest mit der Oberfläche der Maske verbunden.

Zusammenfassung

Ein ausdrucksstarkes Beispiel für die chimärische Skulptur und additive Magie der Bamana. Die dichte, verkrustete Oberfläche und die vielschichtige, multimediale Zusammenstellung machen sie zu einem bedeutenden Zeugnis westafrikanischer Geheimgesellschaften.

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