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Notizen

MAMA Ahnenstatue (Pfahlstil)

Eine stark abstrahierte, pfahlartige Mama-Holzfigur (1. Hälfte 20. Jh., 41 cm) aus Nigeria - geschnitzt mit einem einfachen, runden Kopf, minimalen Gesichtseinbuchtungen, die Augen und einen Mund andeuten, und rudimentären, stumpfartigen Gliedmaßen, die einen säulenartigen Rumpf flankieren. Das helle Holz ist stark verwittert und von der Witterung stark erodiert.

1. Benue River Valley Pfahl-Stil Abstraktion

Die Mama, wie auch ihre Wurkum- und Mumuye-Nachbarn im Benue-Tal, verwenden einen radikal minimalistischen Ansatz, der als Pfahlschnitzerei bekannt ist.

  • Vertikale Zylinderreduktion: Der Künstler beschränkt die menschliche Form vollständig auf die Grenzen eines vertikalen Zylinders - kein Versuch einer flüssigen Anatomie.
  • Universelle Säule der Ahnen: Die Arme sind lediglich Blöcke, die bündig mit dem Körper geschnitzt sind, und die Beine verschmelzen zu einem massiven Pflock - der extreme Reduktionismus beseitigt die individuelle Identität und verwandelt das Holz in eine universelle strukturelle Säule der Ahnenpräsenz.

2. Erdanker und landwirtschaftliche Wächter

Statuen mit dieser spezifischen, pflockartigen Morphologie wurden nicht entworfen, um auf einem flachen Altar zu stehen - sie wurden funktionell so konstruiert, dass sie in die Erde getrieben werden können.

  • Eingepflanzt in den Boden eines Geländes: Wahrsager oder Familienoberhäupter pflanzten diese Figuren direkt in den Boden eines Geländes oder an die Grenzen eines landwirtschaftlichen Feldes.
  • Spiritueller Blitzableiter: Sie fungierten als spirituelle Blitzableiter - sie erdeten die schützende Energie der Vorfahren in den Boden, um eine reiche Süßkartoffelernte zu gewährleisten, Krankheiten abzuwehren und böswillige Hexerei vom Eindringen in das Dorf abzuhalten.

3. Unterirdische Fäulnis und elementarer Verfall

Der physische Zustand stützt die Annahme einer Funktionsgeschichte als erdgebundener Wächter.

  • Basisfäule aus der Vergrabung: Das untere Viertel des Pfostens weist starke ungleichmäßige Fäulnis und Verluste auf - was auf jahrzehntelange unterirdische Feuchtigkeit und die Interaktion mit Termiten hindeutet.
  • Sonnengebleichter oberer Teil: Der obere Teil, der der nigerianischen Sonne und dem Regen ausgesetzt war, ist völlig frei von Ölen oder Pigmenten - trocken, kalkig und tief zerklüftet. Dieses zweiteilige Verwitterungsmuster spricht für eine entsprechende Nutzung als Feldmarkierung, wie sie für das frühe 20. Jahrhundert typisch ist.

Zusammenfassung

Diese Ahnenfigur der Mama ist ein charakteristisches Beispiel für die nigerianische Reduktion im Pfahlstil und ein Zeugnis der funktionalen landwirtschaftlichen Nutzung. Der starke elementare Verfall und die unterirdische Fäulnis des Sockels sind vereinbar mit einer Verwendung als schützender, irdener Anker.

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