LOBI Bateba Zeremonielle Heiratsstatue (Selten)
Eine außergewöhnlich große Lobi Bateba (1. Hälfte 20. Jh., 90 cm) aus Burkina Faso - ein dynamisches, ineinandergreifendes Paar mit einer größeren männlichen Figur, die starr steht, während sie eine weibliche Figur auf ihrer Vorder-/Rückseite in einer intimen, schwebenden Haltung trägt. Das dichte, schwere Holz weist eine tief oxidierte, dunkelbraune, stark verkrustete rituelle Patina auf. Ausgestellt in der französischen Botschaft
1. Skulpturale Komplexität und der Bateba Phuwe
Die Holzschnitzerei der Lobi ist bekanntlich streng - typischerweise handelt es sich um solitäre, starre, vertikal ausgerichtete Figuren.
- Skulpturale Anomalie: Diese ineinander greifende Zweifigurenkomposition stellt eine skulpturale Besonderheit dar – die Herstellung von zwei unterschiedlichen, ineinander greifenden Körpern aus einem einzigen massiven Holzblock zeugt von außergewöhnlichem handwerklichen Geschick.
- Dynamische Spannung plus klassische Strenge: Streng kantige Gesichtszüge und straffe Muskelgeometrie sind klassische Lobi-Ästhetik, aber die dynamische Spannung der schwebenden weiblichen Figur drängt die traditionelle Bateba-Statuette in den Bereich der komplexen erzählerischen Kunst.
2. Thil-Fürbitte und das "Ehe"-Votiv
In der Theologie der Lobi sind Bateba physische Körper, die geschnitzt werden, um unsichtbare Schutzgeister, thila genannt, zu beherbergen.
- Krisenspezifischer Auftrag: Während normale Bateba vor allgemeiner Hexerei schützen, wurden hochspezifische mehrfigurige Schnitzereien wie diese von Wahrsagern in Auftrag gegeben, um schwere spezifische Krisen zu lösen.
- Auf dem Dithil gepflanzt: Auf dem irdenen Altar (dithil) innerhalb eines Familienanwesens platziert - angerufen, um Unfruchtbarkeit zu heilen, die erfolgreiche Vereinigung zweier prominenter Linien zu gewährleisten oder einen bestimmten thil zu besänftigen, der Zwietracht zwischen Mann und Frau verursacht.
3. Eliteherkunft und irdene Heiligtumskruste
Abgesehen von seiner phänomenalen Schnitzerei kann dieses Objekt auf eine dokumentierte Ausstellungsgeschichte in der französischen Botschaft verweisen.
- Hirsebier und Blut: Lobi-Figuren wurden nicht wie Schnitzereien an der Küste mit Palmöl eingerieben, sondern in Schreinen im Freien oder im Freien wiederholt mit Hirsebier, Tierblut und Schlamm übergossen.
- Geschichtete Opferkruste: Die tief oxidierte, bröckelige, geschichtete Inkrustation spricht für eine jahrzehntelange intensive Verwendung als Opfergabe vor der dokumentierten Ausstellung.
Zusammenfassung
Als seltene, komplexe ineinandergreifende Komposition erweitert diese Lobi-Statue das Spektrum der voltaischen Holzschnitzerei. Die Herkunft aus der französischen Botschaft und die ausgeprägte Schreinpatina machen sie zu einem historisch und künstlerisch bedeutenden Sammlungsstück.

Schreinaltar mit Ehepaar BATEKE

Seltene Kopfhaubenmaske

Schreinfigur, die einen BATEBA-Geist darstellt (ungewöhnlich groß, selten)
