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Notizen

DAN Zeremonienlöffel (Wunkirmian)

Dieser große, elegant geschnitzte Holzlöffel weist an einem Ende eine tiefe, längliche, blattförmige Schaufel auf, die in einen Griff übergeht, der als stilisierter, gehörnter Tierkopf (wahrscheinlich eine Kuh oder ein Widder) mit offenem, gezahntem Kiefer gestaltet ist. Das dunkle, dichte Holz ist durch intensive Bearbeitung auf Hochglanz poliert.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Bei diesem Objekt handelt es sich um einen Wunkirmian oder Wakalua (Festtagslöffel), ein charakteristisches Beispiel der funktionalen Dan-Skulptur von der Elfenbeinküste. Dan-Schnitzer werden für ihre Fähigkeit geschätzt, Gebrauchsgegenständen eine besondere anthropomorphe oder zoomorphe Anmut zu verleihen. Der Übergang von der massiven, funktionalen Schaufel zu Hals und Kopf des gehörnten Tieres ist nahtlos und fließend gestaltet. Die Abstraktion des Tieres - mit dem Schwerpunkt auf den imposanten Hörnern und dem ausgeprägten Kiefer - vermittelt eine Aura von Kraft, Vitalität und der Energie des Busches.

2. Rituelle Funktion und Geheimbund-Kontext

Es handelt sich nicht um ein kulinarisches Werkzeug, sondern um ein bedeutendes Ehrenabzeichen. In der Tradition der Dan ist es das Eigentum der Wunkirle, der gastfreundlichsten, großzügigsten und erfolgreichsten Bäuerin in einem Dorf. Bei großen Festen, Maskeraden oder gemeinschaftlichen Pflanzaktionen tanzt die Wunkirle mit diesem massiven Löffel, füllt ihn mit Reis oder Münzen und wirft sie in die Menge. Es wird angenommen, dass der Löffel seine eigene spirituelle Kraft (dü) besitzt, die der Frau bei ihren landwirtschaftlichen Bemühungen hilft und ihren Status innerhalb der Gemeinschaft festigt.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Eine Datierung dieses Löffels in das späte 19. oder frühe 20. Jahrhundert wird durch seine ausgeprägte Reibungspatina nahegelegt. Das gesamte Objekt wurde intensiv gehandhabt, sodass das dichte Tropenholz einen tiefen, glänzenden Ton erhalten hat, der auf langanhaltenden Gebrauch hindeutet. Das Innere der Schale zeigt deutliche, glatte Abnutzungsspuren, die vom Schöpfen und Verteilen der Körner herrühren können. Zudem sind die Ränder der Ohren und Hörner des Tieres durch zeremonielles Tanzen und Lagern sanft abgerundet.

Zusammenfassung

Dieser Dan Wunkirmian ist ein eindrucksvolles Zeugnis, das Nützlichkeit, zoomorphe Skulptur und weibliches Prestige miteinander verbindet. Seine eleganten Linien und die tiefe, durch die Handhabung entstandene Reibungspatina machen ihn zu einem repräsentativen Symbol der matriarchalischen Großzügigkeit in Westafrika.

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