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Notizen

YORUBA Monumentaler weiblicher Ibeji in Perlenmantel (39 cm)

Eine monumentale weibliche Holzfigur mit einer hoch aufragenden, konischen blauen Frisur und wulstigen Augen. Sie ist mit einem spektakulären, dicht gewebten Mantel aus blauen, weißen und roten Glasperlen geschmückt, der ihren gesamten Oberkörper bedeckt.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Die Yoruba ere ibeji stellt einen verstorbenen Zwilling dar. Dieses Stück ist für die Gattung außergewöhnlich groß, was auf die Zugehörigkeit zu einer königlichen oder sehr wohlhabenden Familie hindeutet. Der hoch aufragende Scheitel (Omo-Frisur) und die wulstigen, intensiven Gesichtszüge sind klassische Zeichen für die spirituelle Präsenz der Yoruba (ase). Herkömmliche Ibeji sind selten größer als 25 cm; der monumentale Maßstab dieser Figur rückt sie in den Bereich der großen Schreinplastik und lässt auf eine Auftragsvergabe durch einen Haushalt schließen, dessen rituelles Leben rund um den verlorenen Zwilling mit ungewöhnlich hoher Intensität ablief.

2. Rituelle Funktion und der Perlenmantel (Ewu Ileke)

Die Anfertigung eines Perlenmantels (ewu ileke) für einen ibeji ist ein Zeichen extremer Hingabe und gesellschaftlichen Reichtums. Da Zwillinge als mächtige Geister gelten, die Glück oder Verderben bringen können, muss die Mutter die Figur mit der gleichen Sorgfalt behandeln, füttern und kleiden wie ihr lebendes Kind. Nur die höchsten Ränge der Gesellschaft konnten sich importierte europäische Glasperlen für diesen Zweck leisten, und die dichte Zusammensetzung der Perlen hier - sie bedecken den Torso vollständig und nicht nur als einfache Halskette - ordnet dieses Objekt fest in die Praxis der Ibeji-Verehrung des Großhauses ein und nicht in die der gewöhnlichen Hausandacht.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Während die hölzerne Vorderseite tiefe Abnutzungserscheinungen und eine abgeriebene Patina durch ständiges Salben aufweist, sind die primären Altersindikatoren in der Perlenarbeit zu finden. Die Glasperlen weisen ein leichtes Verblassen und kleinere historische Verluste auf, und der darunter liegende einheimische Baumwollfaden ist nachgedunkelt und brüchig, was auf seine Herkunft aus dem frühen 20. Jahrhunderts. Der Zustand des Fadens kann durch die Alterung moderner Materialien nicht nachgeahmt werden - seine spezifische Sprödigkeit rührt von jahrzehntelangem zyklischem Handkontakt, Palmölsättigung und tropischer Feuchtigkeit her.

Zusammenfassung

Ein außergewöhnlicher und monumentaler Ausdruck des Ibeji-Kults der Yoruba, der durch das seltene, hochrangige Perlengewand noch verstärkt wird. Die Kombination aus großem Maßstab, königlicher Ikonographie und authentischem Material macht es zu einem Meisterwerk der nigerianischen Kunst.

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