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Notizen

LEGA Bwami Iginga Power Figur (Mehrgesichtige Elfenbein, 7 cm)

Eine kleine Elfenbeinskulptur, die ein großes, konkaves, herzförmiges Gesicht mit einer kleineren, sekundären Figur oder einem Gesicht zeigt, das sich an seine Wange klammert. Das Elfenbein hat eine gesprenkelte karamellfarbene und dunkelbraune Patina entwickelt, die auf eine intensive Handhabung hindeuten kann.

1. Ästhetischer Stil und regionale Merkmale

Dieses Stück zeigt Merkmale der ästhetischen Philosophie der Lega Bwami-Gesellschaft. Das konkave, herzförmige Gesicht und die gepunkteten "Kaffeebohnen"-Augen sind typisch für die Kunst der Lega. Elfenbeinfiguren (iginga) gelten als ranghohe Objekte in der Lega-Gesellschaft, die traditionell den Mitgliedern der Kindi (der höchsten Stufe der Bwami) vorbehalten waren und moralische Werte, Weisheit und soziale Harmonie symbolisieren sollen. Die Bildsprache wird in der Literatur als institutionell spezifisch beschrieben – die Nutzung dieser Formen war in der Regel den Bwami-Eingeweihten vorbehalten.

2. Rituelle Funktion und pädagogische Verwendung

Die Lega-Kunst gilt traditionell nicht als rein dekorativ, sondern hat oft einen pädagogischen Zweck. Diese Figur mit einem kleineren Gesicht, das an den Hauptkopf angefügt ist, illustriert möglicherweise einen bestimmten Aphorismus oder ein Sprichwort der Bwami, das bei Einweihungen vermittelt wird. Sie könnte das Konzept der Weisheit über mehrere Generationen hinweg darstellen, ein mehrköpfiges Wesen, das "alles sieht", oder ein Sprichwort über ein bestimmtes moralisches Verhalten, das die Eingeweihten verinnerlichen sollen. Der Unterricht der Bwami nutzt solche sprichwörtlichen Figuren, von denen jede auf eine bestimmte moralische Lektion verweisen kann, die der Eingeweihte verinnerlichen soll, um die Stufen der Gesellschaft zu durchlaufen.

3. Physische Patina und Altersindikatoren

Elfenbein im Lega-Kontext war traditionell dazu bestimmt, berührt, gerieben und rituell gesalbt zu werden. Die glänzende, karamell- bis schokoladenfarbene Patina auf diesem Stück kann auf eine Weitergabe von Hand zu Hand während der Bwami-Zeremonien und regelmäßige Einölung hindeuten. Diese Färbung ist vereinbar mit einem höheren Alter und einer rituellen Nutzung des Elfenbeinobjekts. Die gesprenkelte Verteilung der Patinatiefe auf der Oberfläche ist vereinbar mit einer über längere Zeiträume erfolgten unterschiedlichen Handhabung und Ölauftragung.

Zusammenfassung

Ein charakteristisches Lega iginga, das dem Bwami-Bund als moralisches und pädagogisches Werkzeug gedient haben dürfte. Die ausgeprägte Karamellpatina und die mehrfigurige Ikonographie machen das Stück zu einem anschaulichen Beispiel dieser Schnitzkunst.

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