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Notizen

BAMANA Schmiedeeisen-Öllampe (Fitine, 90 cm)

Dieser hohe, vertikale Stab aus geschmiedetem Eisen weist eine schlanke zentrale Spitze auf, die von einer stark stilisierten, abstrakten menschlichen Figur überragt wird, flankiert von zwei löffelartigen Ölbehältern. Das Metall ist vollständig mit einer dicken, rötlich-braunen, abblätternden Rostpatina überzogen, die auf intensive Umwelteinflüsse hinweist.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Bei den Bamana in Mali werden die Schmiede (numuw) als endogame Meister der Erde, des Feuers und der Nyama (Lebensenergie) verehrt und gefürchtet. Diese eiserne Öllampe (fitine) ist ein Zeugnis ihres Könnens, denn sie verwandelt starres, irdisches Eisen in ein hoch aufragendes, vertikales Stück ritueller Architektur. Die abstrakte menschliche Figur an der Spitze suggeriert die Anwesenheit eines wachenden Ahnen oder einer Geistergestalt, die das von der Lampe erzeugte physische Licht überblickt und die Bereiche der Nützlichkeit und der spirituellen Überwachung überbrückt.

2. Rituelle Funktion und die Jo- oder Komo-Gesellschaften

Eiserne Lampen dieser Größenordnung wurden nicht für die alltägliche häusliche Beleuchtung verwendet; sie waren von zentraler Bedeutung für die nächtlichen Aktivitäten der Bamana-Geheimgesellschaften, wie der Jo, Komo oder Kono. Die löffelartigen Gefäße wurden fest in den Lehmboden eines heiligen Hains oder Schreins gepflanzt und mit Sheabutter und einem Faserdocht gefüllt. Die daraus resultierende Flamme beleuchtete die Masken und Kraftobjekte (boli) während intensiver, nächtlicher Initiationszeremonien und brachte so die transformative Kraft des Feuers in die Gegenwart des Göttlichen.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Der Zustand des Eisens entspricht voll und ganz einem rituellen Objekt, das in die Erde eingegraben und der extremen Hitze des brennenden Öls ausgesetzt war. Die schweren, abblätternden Cuprit- und Eisenoxidkrusten zeigen, dass es jahrzehntelang nicht aktiv geölt oder gepflegt wurde und nun als archäologisches Relikt überlebt hat. Die Innenseiten der löffelartigen Becher weisen oft einen verkohlten, geschwärzten Rückstand auf - die mikroskopisch kleinen, polymerisierten Überreste von jahrhundertealter Sheabutter und Ruß, was ihre echte Funktionsgeschichte belegt.

Zusammenfassung

Diese eiserne Öllampe ist ein herausragendes Beispiel für die Schmiedekunst der Bamana und diente als buchstäbliches und metaphorisches Licht für die geheimnisvollen nächtlichen Rituale in Mali. Der tiefe, abblätternde Rost und die architektonische Form machen sie zu einem erstklassigen, musealen Artefakt der Numuw-Kaste.

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