Ein schwerer, strukturierter Skulpturenkopf von 44 cm Höhe mit halb geschlossenen Augen, breiter Nase und leicht geöffnetem Mund. Der Scheitel ist mit einer erhabenen, knotigen Struktur aus spitzen Noppen bedeckt, die an eine Prestigekappe erinnert.
1. Ästhetischer Stil
Die Bangwa, Teil des Bamileke-Kulturkomplexes im kamerunischen Grasland, sind für ihre ausdrucksstarke Bildhauerei bekannt. Dieser Gedenkkopf wirkt ruhig statt grimmig: Die schweren, gesenkten Lider, die breite Nase und der leicht geöffnete Mund geben dem Gesicht einen nach innen gekehrten, gesammelten Ausdruck. Die Kappe aus spitzen Noppen, durch einen Mittelgrat geteilt und in einer vorspringenden Krempe endend, ist ein deutliches Statuszeichen. Nach dem Sammlungskatalog lassen Form und Gestalt des Gesichts auf den Platz in der Hierarchie der Honoratioren schließen.
2. Rituelle Funktion und Orakel
Der Kopf stammt aus einem Dorf bei Foutem. Nach dem Sammlungskatalog dienten solche Köpfe auch dazu, mit dem dargestellten Ahnen in Kontakt zu treten. Der Kopf wurde auf das Grab des Ahnen gelegt und am folgenden Tag auf dem Kopf derjenigen Person getragen, die Botschaften des Ahnen empfangen sollte. Diese gab dann Aussagen über kommende Ereignisse wie Todesfälle, Geburten sowie Glück und Unglück weiter, die als orakelhaft galten und sich nicht auf eine bestimmte Person bezogen. Wegen der besonderen Rituale und der persönlichen Bedeutung werden solche Objekte nur selten gezeigt.
3. Oberfläche und Erhaltungszustand
Die Oberfläche ist trocken, erdig und matt, mit hellen Stellen, an denen die obere Schicht abgeplatzt ist, besonders am Kinn und an der Unterlippe. Nach dem Sammlungskatalog gehen die krustige Patina, die Verwitterung und die Schmutzspuren darauf zurück, dass der Kopf auf das Grab gelegt wurde.
Zusammenfassung
Dieser Bangwa-Ahnenkopf zeigt ein ruhiges Gesicht mit halb geschlossenen Augen unter einer Kappe aus spitzen Noppen. Nach dem Sammlungskatalog diente er dazu, mit dem dargestellten Ahnen Kontakt aufzunehmen.
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Affenmensch

Reliquienwächter-Statue, die vor der Innentür des Reliquienraums eines lokalen Häuptlings (auch FON genannt) steht (sehr selten)
