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Notizen

IGBO Mbari Clay Figure Pair (100 cm - Ibocane Chiefdom, Ringed-Neck Beauty-Ideal)

Zwei große (100 cm), starre Figuren aus gebranntem Ton mit stark verlängerten, beringten Hälsen, komplexen, kammartigen Frisuren und kleinen Attributen in den Händen.

1. Ästhetischer Stil und Mbari-Proportionen

Dieses Paar stammt aus dem abgelegenen Ibocane-Häuptlingstum und weist die unverwechselbare Ästhetik der Igbo-Mbari-Skulptur auf. Die Modellierung ist robust, erdig und stilisiert, wobei geschlagener Ton über einer Armatur verwendet wird. Das auffälligste ästhetische Merkmal sind die dramatisch verlängerten, beringten Hälse. In der visuellen Kultur der Igbo gilt ein länglicher, beringter Hals weithin als Symbol für körperliche Schönheit, Gesundheit und Wohlstand. Die starre, frontale Haltung der Figuren soll eine ruhige, unbewegliche göttliche Präsenz vermitteln, wie sie für die Gottheiten des Mbari-Pantheons typisch ist.

2. Rituelle Funktion und der Versenkungsaltar

Wie Horneks Querverweis auf die Objekte 148-150 bestätigt, wurden diese Figuren in situ in einem verfallenen Mbari-Haus gefunden - einem einzigartigen, temporären Tempel, der als massives, gemeinschaftliches Opfer zur Besänftigung der Götter (traditionell der Erdgöttin Ala) errichtet wurde. Die Figuren waren auf einem balustradenartigen Altar in einem versunkenen Innenraum angeordnet. Da die Mbari-Häuser als einmalige Opfergabe errichtet und anschließend dem Verfall überlassen werden, ist das Überleben dieser großen Tonfiguren außergewöhnlich. Sie waren nicht als dauerhafte Idole gedacht, sondern als vorübergehende, spektakuläre Geschenke an das Göttliche.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Der physische Zustand dieser Figuren passt perfekt zu ihrer dramatischen Herkunft. Der ungebrannte oder schwach gebrannte, geschlagene Ton ist äußerst zerbrechlich und weist starke, natürliche Verwitterungserscheinungen auf, die durch die Einwirkung von Regen und Wind in den brüchigen Lehmwänden des vernachlässigten Mbari-Hauses hervorgerufen wurden. Die Oberflächen sind tief zerklüftet, pulverig und vollständig mit Umweltschmutz verkrustet, was ihre authentische Herkunft aus einer verfallenden nigerianischen Opferstruktur belegt.

Zusammenfassung

Diese hoch aufragenden Tonfiguren sind außerordentlich seltene, erhaltene Fragmente eines Igbo-Mbari-Opfers. Ihre langgestreckten Hälse und bröckelnden, verwitterten Tonoberflächen bieten einen ergreifenden Einblick in eine religiöse Tradition, die durch monumentale, vergängliche Opfergaben geprägt ist.

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