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Notizen

IGBO Agbogho Mmuo Maske + Ganzkörper-Tanzkostüm (180 cm - Komplettes Ensemble)

Ein Ganzkörperanzug aus eng anliegenden, bunt gemusterten Applikationsstoffen, der vollständig mit einer zierlichen, weißgesichtigen Agbogho-Mmuo-Holzmaske (Jungfrauengeist) mit aufwändiger schwarzer Frisur verbunden ist.

1. Ästhetischer Stil und die vollständige Maskerade

Dieses Stück stellt ein ungewöhnliches Beispiel dar, da es das komplette Ensemble der Agbogho-Mmuo-Maskerade bewahrt. In afrikanischen Kunstsammlungen werden Masken oft von ihren Kostümen getrennt, wodurch ihr kinetischer Kontext verloren geht. Hier wird das heitere, weiß-kaolinfarbene Gesicht der idealisierten Jungfrau – die in der rituellen Tradition Reinheit und moralische Ideale verkörpert – der lebhaften, kontrastreichen und farbenfrohen Geometrie des Ganzkörperapplikationsanzugs gegenübergestellt. Dieser intensive Kontrast ist stilistisch prägend und trennt visuell das jenseitige, reine Gesicht des Ahnengeistes von der dynamischen, irdischen Energie des Stoffes.

2. Rituelle Funktion und der akrobatische Geist

In Anlehnung an die von Hornek dokumentierten Objekte 193+194 lässt sich dieses Ensemble der Agbogho-Mmuo-Maskeradentradition zuordnen. Trotz der zarten femininen Züge der Maske wurde das gesamte Kostüm traditionell von einem jungen, athletischen Mann getragen. Während der jährlichen Feste in der Trockenzeit und bei den Beerdigungen hochrangiger Frauen zog der Tänzer dieses eng anliegende Kostüm an, um akrobatische Sprünge und rhythmische Übungen vorzuführen. Die Aufführung gilt als spirituell und wettbewerbsorientiert; sie ehrte die weiblichen Vorfahren, feierte die mütterliche Fruchtbarkeit und bot ein Spektakel, bei dem die Tänzer darum wetteiferten, ein auffälliges, farbenprächtiges Gewand zu tragen, um die Aufmerksamkeit des Dorfes auf sich zu ziehen.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersindikatoren

Die Alterungsspuren dieses Ensembles verweisen auf seine kinetische Nutzung. Das weiße Kaolinpigment auf der Holzmaske ist verschmiert und an den Rändern durch die Handhabung und den Staub der Aufführung im Freien verblasst. Der Stoffanzug selbst weist deutliche Abnutzungserscheinungen auf: Die Farben sind durch Sonneneinstrahlung gedämpft, und der Stoff zeigt Dehnungen, leichte Ausfransungen und Flecken an den Gelenken und Extremitäten. Diese organische Veränderung spricht für einen aktiven Einsatz in körperlichen Tanzroutinen.

Zusammenfassung

Dieses Agbogho-Mmuo-Ensemble, das sein Ganzkörperkostüm bewahrt hat, bietet einen umfassenden Blick auf die Igbo-Festivaldarbietung. Es veranschaulicht den Schnittpunkt von heiterem spirituellem Idealismus und sportlichem Prunk.

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