Eine hölzerne Nagelfigur der BaKongo, etwa 150 cm hoch, aus dem Dorf Liba in der Republik Kongo. Die Figur steht aufrecht mit erhobenem rechtem Arm, einem Spiegelkasten am Bauch und einer Kalebasse an der Seite.
1. Form und Aufbau
Die Figur ist als stehender Mann in voller Länge geschnitzt, mit kräftigen, runden Gliedmaßen und sichtbaren Dechselspuren an den Oberschenkeln. Der rechte Arm ist erhoben und gebeugt, die Hand schließt sich um einen kleinen spitzen Gegenstand. Der linke Arm hängt am Körper herab. Auf dem Kopf sitzt eine kleine Kappe mit rotem Band und Faserbüscheln, das Gesicht ist mit feinen Ritzlinien gezeichnet. Die Augen sind eingesetzt und hell, so wie es der Katalog als verspiegelt oder teilweise getrübt beschreibt.
Brust und Schultern sind großenteils mit Schnüren, Faserbündeln, Stoffstücken und Eisennägeln bedeckt, die teils eingeschlagen sind und teils abstehen. Auf dem Bauch sitzt ein rechteckiger Kasten mit einer spiegelartigen Fläche an der Vorderseite. An der linken Körperseite hängt eine Kalebasse, an den Hüften ist ein schwarzer Faserschurz gebunden, rechts ist ein kleines Bündel befestigt.
2. Gebrauch und Kontext
Laut Sammlungskatalog erfüllten solche Nagelfiguren, nkondi genannt, im Leben der BaKongo vielerlei Aufgaben. Ihre Kraft erhielten sie durch den ndanga, den Fetischpriester oder Heiler, in besonderen Ritualen. Als äußere Zeichen dieser Kraft nennt der Katalog die zahlreichen Amulette, die Schale auf dem Bauch mit ihrem geheimnisvollen Inhalt und die vielen spitzen Metallgegenstände in der Oberfläche. Verspiegelte Augen lassen die Figur das alltägliche Geschehen verfolgen und zugleich in die Welt der Geister und Ahnen blicken. Ein Tätigkeitsfeld war die Wahrung von Recht und Ordnung in der Gemeinschaft, ein anderes der Schutz vor bösen Einflüssen, wobei die Figur den Speer in ihrer erhobenen rechten Hand zu schleudern bereit ist.
3. Oberfläche
Das Holz ist dunkelbraun bis fast schwarz, an den Gliedmaßen mit glattem, leicht abgegriffenem Glanz. Der Oberkörper ist dort, wo Schnüre, Fasern und Nägel übereinanderliegen, viel dunkler und rauer.
Zusammenfassung
Ein hoher BaKongo-Nkondi aus Liba mit erhobenem Arm, Bauchkasten und Kalebasse, besetzt mit Nägeln, Schnüren und Faserbündeln.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

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