Eine Ritualfigur aus dem Dorf Guili in Nordkamerun, gefertigt aus Leder, Tierknochen und Horn. Ihre Gestaltung ist auf das Wesentliche beschränkt.
1. Form und Material
Der Sammlungskatalog beschreibt einen mit Leder ummantelten Körper, dessen Arme und Beine aus Tierknochen bestehen. Die Gesichtszüge sind nur angedeutet. Aus dem Kopf ragen vermutlich zwei Ziegenhörner. In der Formgebung ist die Figur schlicht und auf das Wesentliche reduziert, im rituellen Gebrauch aber, so der Katalog, von großer Bedeutung.
2. Gebrauch und Kontext
Der Katalog stützt sich auf Auskünfte eines Dorfbewohners aus Guili, eines sehr alten Mannes, den er für glaubwürdig hält. Demnach handelt es sich nicht um eine der sogenannten Fruchtbarkeitspuppen, die in der Region ebenfalls vorkommen. Auch sie bestehen aus Leder mit Gliedmaßen aus Knochen, sind aber viel kleiner, weil sie üblicherweise auf dem Rücken getragen werden, so wie später das Kleinkind.
Die Figur wird stattdessen als Gegenstand verstanden, den der Ritualspezialist des Dorfes für seine Rituale brauchte. Der Katalog schließt nicht aus, dass sie bei Opferhandlungen verwendet wurde, die Kindersegen herbeirufen sollten. Die Hörner könnten auf männliche Fruchtbarkeit hindeuten.
Herkunft
Von Boubakary Youssoufa, Dorf Guili, Nordkamerun.
Zusammenfassung
Eine Figur aus Leder, Knochen und Horn aus Nordkamerun, deren schlichte Form ihrem rituellen Gewicht nicht entspricht: ein Gegenstand des Dorfritualisten, möglicherweise mit Fruchtbarkeitsopfern verbunden.
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