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Notizen

IGBO Monumentale Ahnenfigur der Königin mit langer Pfeife (Nigeria, 1. Hälfte 20. Jh., 105 cm)

Diese massive (105 cm) Holzskulptur stellt eine stehende weibliche Figur dar, die mit beiden Händen eine lange, gebogene Pfeife an ihren Mund hält. Sie trägt eine dramatische Kammfrisur und ist mit geschnitzten Halsringen und schweren Fußkettchen geschmückt. Das dunkle Holz ist stark oxidiert und mit einer dicken, krustigen, erdfarbenen Patina überzogen.

1. Ästhetischer Stil - Ozo-Titelhalter und das Räuchermotiv

In der Igbo-Gesellschaft wurden monumentale Holzfiguren, die Ahnen (alusi oder ndichie) darstellten, in großen, gemeinschaftlichen Schreinen aufbewahrt. Die Darstellung einer weiblichen Figur, die eine lange Pfeife raucht, ist sehr spezifisch; sie weist auf ihren Status als Ozo oder Omu-Titelträgerin hin - eine Frau von höchstem aristokratischem Rang, immensem Reichtum und politischem Einfluss. Das Rauchen war eine prestigeträchtige Freizeitbeschäftigung, und die lange Pfeife unterstreicht visuell ihre majestätische Haltung und beweist, dass sie von manueller Arbeit befreit ist und die Autorität besitzt, mit der Geisterwelt zu kommunizieren.

2. Rituelle Funktion - Architektur des Alusi-Schreins und Schutz der Gemeinschaft

Mit einer Höhe von über einem Meter war diese Figur eine zentrale architektonische Säule eines Dorfschreins, kein persönlicher Talisman. Diese monumentalen Statuen galten als physische Verkörperungen von Schutzgottheiten oder vergöttlichten Stammesgründern. Während der jährlichen Feste versammelte sich die Gemeinschaft vor diesen Figuren, um Opfer darzubringen und um landwirtschaftliche Fruchtbarkeit, Schutz vor Krankheiten und die Durchsetzung sozialer Gesetze zu erbitten. Die dramatische Kammfrisur ahmt die tatsächlichen, aus Schlamm gefertigten Frisuren nach, die von den Elitefrauen der Igbo zu Beginn des 20. Jahrhunderts getragen wurden.

3. Physische Patina - Tiefe Verkrustung und Austrocknung

Die Oberfläche dieser hoch aufragenden Skulptur dient als profundes historisches Archiv. Sie ist vollständig von einer dicken, trockenen, krustigen Patina aus Rotholzpulver, Kreide und getrockneten Opfertränken (wie Ei, Süßkartoffel und Blut) überzogen. Der Sockel und die Unterschenkel weisen starke Austrocknungs- und Fäulniserscheinungen auf, was darauf hindeutet, dass die Figur viele Jahrzehnte lang auf der feuchten Erde eines Schreins im Freien oder teilweise im Freien stand. Diese unberührte, vielschichtige "Kraftpatina" ist der ultimative Beweis für seine authentische, ursprüngliche Verwendung in einem Igbo-Heiligtum.

Zusammenfassung

Mit einer monumentalen Größe von 105 cm nutzt diese Figur der Igbo-Königin das prestigeträchtige Motiv der langen Pfeife, um höchste aristokratische Autorität zu demonstrieren. Ihre dicke, ungereinigte Opferkruste und die starke Erdfäule an der Basis weisen sie als spektakuläres, primär genutztes Schrein-Mittelstück aus.

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