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Notizen

SENUFO Rhythm Pounder (Pombibele/Déblé), 133 cm (Elfenbeinküste, 1. Hälfte 20. Jahrhundert, Holz)

Diese monumentale Holzfigur, die eine beachtliche Größe von 133 cm hat, stellt eine hoch gestreckte, stilisierte menschliche Gestalt dar, die auf einer dicken, zylindrischen Basis steht. Die Figur zeigt ein klassisches Senufo-Gesichtsprofil, dramatisch geschwungene, verlängerte Arme und eine tief glänzende, dunkelbraune Patina.

1. Ästhetischer Stil - Architektonische Verlängerung und die Pombibele-Ästhetik

Die Pombibele (bedeutet "die Gebärenden") oder Déblé (Rhythmusklopfer) gehören zu den bekanntesten Formen der Senufo-Kunst. Der Bildhauer hat die vertikalen Proportionen der Figur absichtlich übertrieben und den menschlichen Körper in eine aufsteigende, aerodynamische Säule verwandelt. Die geschwungene, durchgehende Linie von den Schultern bis hinunter zu den verlängerten Armen erzeugt ein Gefühl von eleganter, kinetischer Spannung. Das Gesicht behält die kanonische Senufo-Geometrie bei - ein prognathischer Kiefer, eine Kammfrisur und ein gelassener Ausdruck -, aber die Besonderheit des Werks liegt in der Verwandlung des Oberkörpers in eine funktionelle Säule mit rhythmischer Wirkung.

2. Rituelle Funktion - Die Poro-Gesellschaft und die Rhythmen der Toten

Im Gegensatz zu Statuen, die stationär auf Altären stehen, ist das Pombibele ein kinetisches, akustisches Ritualinstrument, das von der Senufo-Poro-Geheimgesellschaft verwendet wird. Während der komplexen, mehrtägigen Beerdigungszeremonien hochrangiger Poro-Altvorderer hielten Eingeweihte diese massiven Figuren an den Armen oder am Oberkörper und schlugen die schwere zylindrische Basis wiederholt gegen die Erde. Man glaubte, dass dieses rhythmische Schlagen den Boden reinigte, die Geister der Vorfahren erweckte und die Seele des Verstorbenen ermutigte, sich von der physischen Welt zu lösen und in das Reich der Toten zu reisen. Die Figur fungierte im rituellen Kontext als akustische Brücke zwischen der lebendigen Erde und den unterirdischen Ahnen.

3. Physische Patina - Abnutzung durch kinetische Schläge und starke Oxidation

Der physische Zustand dieses Rhythmusklopfers ist vereinbar mit einer historischen, funktionalen Verwendung. Die schwere, zylindrische Basis weist deutliche organische Abnutzungen und Quetschungen der Holzfasern auf, die darauf hindeuten, dass sie während der Bestattungsriten gegen die Erde geschlagen wurde. Der Oberkörper und die Arme weisen eine tief polierte, dunkle Mahagonipatina auf, die auf eine intensive Handhabung während des rituellen Gebrauchs hindeutet. Dieser Kontrast zwischen der abgenutzten Basis und dem polierten Torso gilt als charakteristisches Merkmal traditionell genutzter Déblés.

Zusammenfassung

Dieser Senufo-Rhythmusschläger ist ein ausdrucksstarkes Beispiel westafrikanischer Schnitzkunst und veranschaulicht die rituelle, akustische Funktion innerhalb der Poro-Gesellschaft. Seine beachtliche Länge und die ausgeprägten Abnutzungsspuren machen ihn zu einem bedeutenden ethnografischen Belegstück.

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