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Notizen

BAMUN Perlenmaske

Eine spektakuläre, farbenprächtige königliche Maske (19.–20. Jh., 40 cm) aus dem Bamun-Königreich in den Grasländern Kameruns. Der hölzerne Kern ist vollständig mit bunten Glasperlen und Kaurimuscheln umhüllt, die auf Stoff genäht sind.

1. Das Material des Reichtums und des königlichen Monopols

In den Grassfields ist eine Holzschnitzerei lediglich das Skelett; durch das Aufbringen von Perlen wird sie zu einem Objekt der Staatskunst.

  • Wirtschaftliche Macht: Glasperlen (aus Europa importiert) und Kaurimuscheln (aus dem Indischen Ozean) waren die eigentliche Währung. Eine Maske mit Geld zu bedecken war der ultimative Ausdruck von Reichtum und globaler Handelsmacht.
  • Das Vorrecht des Fon: Nur der König (Fon) hatte das Recht, Perlenobjekte zu besitzen, zu verteilen und in Auftrag zu geben. Die leuchtend gelben, roten und blauen Perlen sind in königlichen Mustern angeordnet und zeigen, dass der Träger mit der absoluten Autorität des Königs handelt.

2. Ästhetische Vitalität und der "strahlende" König

  • Leuchtende Präsenz: Die Bamun glauben, dass der König eine göttliche, strahlende Energie besitzt. Die schimmernde, farbenfrohe Oberfläche der Perlenarbeiten soll die Sonne reflektieren und dieses königliche "Leuchten" bei öffentlichen Zeremonien physisch manifestieren.
  • Das königliche Gesicht: Unter den Perlen weist die Maske die klassischen Proportionen der Bamun auf - große, starre Augen und ein breiter, grinsender Mund -, die Wohlwollen, Wohlstand und einschüchternde Macht ausstrahlen.

3. Ritueller Gebrauch bei Palastfesten

Diese Masken traten bei den großen jährlichen Festen des Bamun-Volkes auf. Sie wurden nicht von einfachen Menschen, sondern von hochrangigen Mitgliedern der Palastgesellschaften getanzt, um die Geschichte der Dynastie zu feiern und die absolute Vormachtstellung des königlichen Hofes zu bekräftigen. Eine tiefe, dunkle und stark verkrustete Patina auf den organischen Faser- und Stoffelementen von Frisur und Bart zeugt von dieser langjährigen rituellen Praxis. Während die Glasperlen naturgemäß ihre leuchtenden Farben bewahren, belegen diese Spuren von Rauch, Umwelteinflüssen und rituellen Substanzen wie Palmöl ein hohes Alter (19.–20. Jh.) und eine intensive zeremonielle Nutzung.

Zusammenfassung

Diese Maske ist die Definition von "Prestigekunst" Sie geht über die spirituelle Darstellung hinaus und dient als schillernde, unbestreitbare Reklametafel für den Reichtum, die politischen Verbindungen und die absolute Macht der Bamun-Königsdynastie.

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