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Notizen

BAMUN Seltenes Friktionsinstrument

Ein langes, dickes Stück geschnitzten Holzes (19.–20. Jh., 108 cm) aus dem Bamun-Königreich in den Kameruner Grasfeldern - eine Reihe tiefer horizontaler Kerben entlang des Mittelgrats, die in einer stilisierten glatten Fläche oder einem Griff enden. Die Holzoberfläche zeigt eine tiefe, trockene Alterspatina mit deutlichen Oxidationsspuren und tiefgreifenden vertikalen Trocknungsrissen, die auf eine lange rituelle Nutzung und ein beträchtliches Alter hindeuten.

1. Die Hofkapelle

Das Bamun-Königreich war berühmt für seine gewaltigen Palastorchester, die Trommeln, Elfenbeintrompeten, Eisengongs und hochspezialisierte Idiophone wie dieses kombinierten.

  • Die Raspel/der Schaber: Dies ist ein Reibungsinstrument. Ein Musiker schabt mit einem steifen Stock oder Knochen schnell die tiefen Kerben auf und ab, wodurch ein lauter, rhythmischer, knirschender Klang entsteht. Besonders die stark abgeriebenen Kanten der horizontalen Einkerbungen zeugen von jahrzehntelangem, repetitivem Gebrauch durch mechanische Reibung, was die funktionale Bestimmung des Objekts physisch manifestiert.
  • Regulierung des Festes: Der Klang wurde verwendet, um das Tempo der königlichen Tänze zu regulieren und eine furchterregende, unheimliche akustische Umgebung zu schaffen, die die Ankunft maskierter Geister oder des Königs (Fon) selbst ankündigte.

2. Skulpturale Nützlichkeit

Wie bei allen königlichen Objekten von Grassfields ist der Nutzen mit der Kunst verbunden. Die Schnitzerei zeigt einen stilisierten Kopf, der wahrscheinlich einen gefangenen Feind oder einen Buschgeist darstellt. Dieser minimalistische, fast skelettartige Kopf mit seinen tief liegenden, schattigen Augenhöhlen und der stark reduzierten Physiognomie weicht deutlich von der oft expressiven, voluminösen Hofkunst ab, die unter Sultan Njoya im frühen 20. Jahrhundert in Foumban florierte. Diese formale Strenge spricht für eine sehr frühe Entstehungszeit im 19. Jahrhundert oder einen ländlicheren Kontext, was darauf hindeutet, dass selbst die hochsakralen Musikinstrumente des Hofes mit übernatürlicher und politischer Herrschaft verbunden waren.

Zusammenfassung

Dieses Bamun-Reibinstrument ist ein seltenes akustisches Artefakt. Mit einer Länge von über einem Meter befindet es sich am Schnittpunkt von Musik, Skulptur und politischem Theater auf dem Höhepunkt der kamerunischen Grasfelder-Königreiche.

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