SammlungAfrican Art Archive
Notizen

NIGER DELTA Gefäß (Langhals, bemalt)

Ein elegantes Terrakotta-Gefäß aus dem Nigerdelta (12.-16. Jh., 39 cm) aus Mali. Der bauchige Körper verjüngt sich zu einem langgezogenen, ausgestellten Hals mit Spuren von gemalten Motiven; die stark verkalkte, erdige Oberfläche trägt die Spuren der jahrhundertelangen Bestattungschemie.

1. Die langhalsige Form

Während das Geschwistergefäß der Sammlung die geometrischen Einschnitte in der Oberfläche betont, steht bei diesem 39 cm langen Stück die Silhouette im Vordergrund.

  • Fließendes Profil: Der elegante, sich verjüngende, ausgestellte Hals verwandelt das Gefäß in ein kinetisches, skulpturales Objekt, das über seine Gebrauchsfunktion hinausgeht.
  • Bemalte Dekoration: Schwache Spuren von bemalten Motiven sind noch sichtbar - über den gebrannten Ton aufgetragene Pigmente gaben dem Gefäß einst neben seiner skulpturalen Form ein farbliches Register.

2. Grundlegende Verstecke und Trankopferrituale

Langhalsige Gefäße dieser Art waren die bevorzugte Form für bestimmte rituelle Zwecke.

  • Kontrolliertes Ausgießen: Der schmale, ausgestellte Hals ermöglichte ein präzises Ausgießen von Trankopfern bei Gedenkritualen - Bier, Wasser oder Milch, die unter zeremonieller Kontrolle ausgeschenkt wurden.
  • Grundsteindepots: Solche Gefäße werden häufig aus architektonischen Fundamenten oder sekundären Bestattungsplätzen geborgen, um neue Behausungen zu weihen und den Schutz der Ahnen zu beschwören.

3. Bemalte Pigmente unter Bodenchemie

Die Oberfläche erzählt eine doppelte Geschichte von ursprünglicher Dekoration und späterer Bestattung.

  • Verblasste Pigmente: Der jahrhundertelange Kontakt mit dem Boden hat die ursprünglich gemalten Motive verblassen lassen, so dass nur noch geisterhafte Spuren und keine vollständigen Muster zurückbleiben.
  • Verkalkte Umhüllung: Blasse mineralische Ablagerungen haben sich mit der porösen Keramik verbunden, die mit der Chemie ihres Geschwisters übereinstimmt und den Kontext der Ablagerung im 12. bis 16.

Zusammenfassung

Das langhalsige Gegenstück des Gefäßpaares aus dem Nigerdelta, dieses 39 cm lange Stück, vereint eine fließende Silhouette mit einer verblassten Polychromie. Seine authentische archäologische Chemie macht es zu einem erstklassigen Beispiel für die malische Elite-Keramikproduktion.

Weitere Werke der Sammlung