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Notizen

SENUFO Weibliche Ahnenstatue (Typ Katioleo, 22 cm)

Eine klassisch proportionierte weibliche Figur aus Holz, die auf schweren, blockigen Füßen steht, mit nach vorne ragenden Armen und übertriebenen, spitzen Brüsten. Der Kopf weist einen geschwungenen Sagittalkamm auf, und das Holz weist eine dunkle, gealterte und leicht verkrustete Patina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Diese Statue zeigt die charakteristische rhythmische Geometrie der Senufo-Schnitzerei. Der Künstler schafft eine visuelle Kadenz, indem er das schwere, geerdete Gewicht der übergroßen Füße und starken Beine mit dem Vorwärtsdrang der Brüste und dem scharfen, aerodynamischen Schwung der Kammfrisur ausbalanciert. So entsteht eine Haltung, die sowohl statisch als auch hochdynamisch ist und vor potenzieller Energie vibriert. Das Zusammenspiel von Erdung und Bewegung ist eine formale Signatur der Senufo, die sich von der starren Frontalität der Lobi oder der architektonischen Vertikalität der Dogon unterscheidet.

2. Rituelle Funktion und die Alte Mutter

In den Gesellschaften der Senufo Poro (Männer) und Sandogo (Frauen) nehmen weibliche Figuren einen hohen Stellenwert ein. Sie repräsentieren häufig Katioleo, die Alte Mutter, die schützende, nährende spirituelle Kraft, die über die Initiation der Jugend wacht. Die mit ausgeprägten Brüsten geschnitzte Figur unterstreicht die erhaltende, lebensspendende Kraft der Frauen, die den Fortbestand des Senufo-Dorfes gewährleistet. Das Konzept der Alten Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch die Aktivitäten der männlichen und weiblichen Gesellschaft und macht sie zu einer grundlegenden Figur jenseits der geschlechtsspezifischen Aufteilung, die das institutionelle Leben der Senufo sonst strukturiert.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Im Gegensatz zu hochglanzpolierten Touristenschnitzereien weist diese Figur eine echte, rituelle Oberfläche auf. Die dunkle, matte Patina rührt daher, dass sie in den verrauchten Dachsparren der Versammlungshäuser von Geheimgesellschaften aufbewahrt wurde und bei nächtlichen Begräbnis- oder Initiationsriten regelmäßig Trankopfer erhielt. Die leichte Anhäufung von Ruß und Erde in den Vertiefungen der Schnitzerei bestätigt ihr aktives Leben im frühen 20. Die Rauchpatina ist eine chronologische Markierung - sie sammelt sich nur durch die tatsächliche Lagerung in aktiven Gesellschaftslogen über Jahre hinweg an.

Zusammenfassung

Eine wunderschön ausgewogene Senufo-Ahnenfigur, die das Konzept der Alten Mutter in eine markante, geometrische Form bringt. Die dunkle, rauchige Patina und die unrestaurierte Oberfläche zeugen von ihrer authentischen Verwendung in den traditionellen Geheimbünden der Elfenbeinküste.

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