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Notizen

INLAND NIGER DELTA (Djenné) Weibliche Figur in Ringrahmen (12.-16. Jh., 9 cm)

Eine zierliche, antike Bronze, die eine stark stilisierte weibliche Figur mit einem länglichen, prognathischen Gesicht darstellt, die in einem großen, reich verzierten, durchbrochenen Ring oder einer runden Armatur sitzt. Das Metall ist vollständig oxidiert und weist eine dicke, krustige, grün-braune Patina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Dieses Stück hebt ein faszinierendes strukturelles Motiv hervor, das in Bronzen aus dem Nigerdelta (Djenné) häufig vorkommt: die Einschließung der menschlichen Gestalt in einen markanten Ring oder ein gewundenes Gerüst. Dieser komplexe Guss erfordert immense Fertigkeiten und ist von großer kosmologischer Bedeutung. Die kreisförmige Armatur kann eine kosmische Grenze, die zyklische Natur der Zeit oder eine Schlange (ein häufiges Djenné-Motiv) darstellen, die den menschlichen Geist in einem heiligen Raum umhüllt und schützt. Das Kompositionsschema aus Ring und Figur ist charakteristisch für das Djenné-Korpus und taucht an mehreren Fundorten im Inlanddelta auf.

2. Rituelle Funktion und Begräbnisdeponierung

Dieses in kleinem Maßstab (9 cm) gegossene Objekt war nicht für die öffentliche Zurschaustellung bestimmt. Es handelte sich um ein elitäres, persönliches Amulett oder um eine sehr spezifische Votivgabe. Objekte dieser Art werden häufig aus den Grundschichten alter malischer Behausungen oder aus Grabhügeln ausgegraben. Sie sollten den Schutz der Ahnen sicherstellen, die Fruchtbarkeit des Haushalts gewährleisten und die Toten sicher ins Jenseits geleiten. Der umhüllende Ring kann eine schützende Funktion haben - er schirmt die Figur visuell von äußerem Schaden ab.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die komplizierten geflochtenen oder gedrehten Muster entlang des äußeren Rings sind durch jahrhundertelange Umwelteinflüsse erheblich aufgeweicht und verunreinigt. Der tiefe Malachitgrünspan und die in jede Vertiefung der Bronze eingebettete verkalkte Erde sind die Kennzeichen eines echten archäologischen Artefakts und bestätigen, dass es seit dem 12. bis 16. Die Tiefe der Korrosion und die chemische Verflechtung mit dem Untergrund lassen sich nicht künstlich reproduzieren.

Zusammenfassung

Eine faszinierende malische Antiquität, die die abgeschwächte menschliche Gestalt in einen komplexen, symbolisch aufgeladenen kosmischen Ring stellt. Der raffinierte Wachsausschmelzverfahren und die tiefe, ungereinigte Patina des Grabes machen es zu einem wertvollen archäologischen Überbleibsel.

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