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Notizen

INLAND NIGER DELTA (Djenné) Zwei Krankheitsfiguren (12.-16. Jh., 5 cm)

Zwei extrem kleine antike Bronzefiguren, sitzend oder hockend, die Hände dynamisch zum Kopf oder Körper erhoben. Beide sind vollständig mit deutlichen, erhabenen kugelförmigen Knötchen (Pockmarks) bedeckt und weisen eine trockene, krustige, erdfarbene Grabpatina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Diese Figuren sind außergewöhnliche Beispiele für die einzigartige Krankheitsikonographie des Nigerdeltas, die in einem winzigen Maßstab dargestellt sind. Die erhabenen Pusteln, die ihre Körper bedecken, sind unbestreitbare Darstellungen von schweren Krankheiten wie Pocken oder Furunkeln. Die dynamischen, verzerrten Körperhaltungen - mit Händen, die den Kopf oder den Körper umklammern - vermitteln auf eindringliche Weise die körperlichen Qualen und den psychischen Schrecken, die mit diesen verheerenden antiken Epidemien verbunden sind. Der Miniaturmaßstab konzentriert die Ikonographie der Krankheit, anstatt sie zu verwässern.

2. Rituelle Funktion und sympathische Heilung

In den mittelalterlichen Städten Malis wurde Krankheit als übernatürliches Eindringen betrachtet. Diese winzigen, furchterregenden Figuren wurden von spezialisierten Heilern als apotropäische Amulette angefertigt. Durch das Schmieden des Abbilds des leidenden Patienten in dauerhafter Bronze sollte das Amulett die Krankheit aus dem lebenden Opfer "herausziehen" und als mitfühlender Lockvogel die bösartigen Geister, die die Seuche verursachten, absorbieren. Das Paarformat deutet eher auf die Behandlung verwandter Patienten oder auf eine allgemeine Schutzeinrichtung für einen ganzen Haushalt hin als auf ein Amulett für ein einzelnes Opfer.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die dicke, ungereinigte Schicht aus Malachit (grüne Oxidation) und gehärteter Erde, die diese winzigen Abgüsse bedeckt, ist das unmittelbare Ergebnis eines jahrhundertelangen Vergrabens im Überschwemmungsgebiet des Niger. Die Verwischung der Gesichtszüge und die chemische Zersetzung der Kupferlegierung bestätigen ihre Echtheit als Artefakte des 12. bis 16. Jahrhunderts von großer medizinischer und spiritueller Bedeutung.

Zusammenfassung

Diese alten malischen Bronzen sind trotz ihres winzigen Formats erschreckend ausdrucksstark und zeigen perfekt die Qualen der Krankheit und die Mechanismen der Mitleidsmagie. Ihre schwere Verkrustung im Grab weist sie als wertvolle medizinische Antiquitäten aus dem Inland des Nigerdeltas aus.

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