ASANTE Zwei Hofmusikantenfiguren aus Messing (19. Jh., 10 cm)
Zwei kleine, sorgfältig gegossene Messingfiguren, die männliche Musiker darstellen. Die eine Figur hält eine Flöte oder ein Horn an den Mund, während die andere eine große Trommel trägt. Beide weisen detaillierte Gesichtszüge und eine glatte, goldbraune, oxidierte Patina auf.
1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten
Diese beiden Figuren sind außergewöhnliche Beispiele für den Messingguss mit verlorenem Wachs aus Akan (Asante), eine Tradition, die vor allem mit Goldgewichten (mrammuo) in Verbindung gebracht wird. Figuren dieser Komplexität und Größe (10 cm) gingen jedoch oft über den bloßen wirtschaftlichen Nutzen hinaus und dienten als Prestigeobjekte, sprichwörtliche Illustrationen oder königliche Ausstellungsstücke. Die komplizierten Details der Musikinstrumente und die ausgeprägten Körperhaltungen verdeutlichen die technische Meisterschaft der Asante-Gießergilden. Der Übergang vom Goldgewicht zum Ausstellungsstück markiert eine wichtige Entwicklung innerhalb des Akan-Messingkorpus.
2. Rituelle Funktion und Hofmusik
Am stark strukturierten Hof der Asante waren Musiker unerlässlich, um die Anwesenheit des Königs (Asantehene) anzukündigen, Botschaften zu übermitteln und die Ahnen zu ehren. Diese Figuren stellen wahrscheinlich bestimmte Hofmusiker dar. Darüber hinaus könnte eine Figur, die ein Horn bläst, in der sprichwörtlichen Tradition der Akan das Sprichwort "Der Hornbläser bläst nicht für sich allein" symbolisieren, das die Verantwortung der Gemeinschaft und die Verstärkung der Stimme des Königs betont. Die sprichwörtliche Bedeutung steht parallel zu der dargestellten Tätigkeit, wodurch das Objekt gleichzeitig dekorativ und didaktisch ist.
3. Physische Patina und Altersnachweis
Die Oberfläche dieser Figuren ist ein deutlicher Beweis für ihr Alter und ihren aktiven Gebrauch. Die hohen Punkte der Gesichter, die Instrumente und die Gliedmaßen sind durch jahrzehntelange Handhabung glatt gerieben und haben einen warmen, goldbraunen Farbton angenommen, wahrscheinlich weil sie beim Geschichtenerzählen oder bei finanziellen Transaktionen bewegt wurden. Die tieferen Vertiefungen weisen eine dunklere Oxidation und subtilen Grünspan auf, was ihre Herkunft aus dem 19. Jahrhundert bestätigt.
Zusammenfassung
Ein entzückendes und sehr detailliertes Paar Asante-Musikanten aus Messing, das die Meisterschaft dieser Kultur im Miniaturguss und im sprichwörtlichen Geschichtenerzählen perfekt illustriert. Ihre glatte, behandelte Patina weist sie als echte Prestigeobjekte des 19. Jahrhunderts aus.

Zeremonienstab eines offiziellen Redners

Akua-ba Fruchtbarkeitspuppe (Asante-Scheibenkopfvariante)

Fruchtbarkeitspuppe (AKUABA)
