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Notizen

GAN Bronze Fußkettchen/Armreif mit Stachelvorsprüngen (Trio mit 911, 912; 16.-19. Jh., 12 cm)

Eines von drei schweren Bronzeornamenten. Dieses Stück weist aggressive, mit Stacheln versehene Vorsprünge auf, die aus dem Band herausragen. Das dicke Metall ist stark oxidiert und weist eine tiefe, erdige grüne und braune Patina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Das Volk der Gan in Burkina Faso hat die Technik des Wachsausschmelzverfahrens zu einer tragbaren Architektur weiterentwickelt. Die aggressiven, hervorstehenden Stacheln verwandeln die menschlichen Gliedmaßen in einen monumentalen Sockel, der den Raum um den Träger herum aggressiv einnimmt. Diese Ästhetik legt den Schwerpunkt auf schieres Volumen, strukturelle Spannung und räumliche Dominanz und spiegelt eine skulpturale Philosophie wider, in der Masse mit sozialer Macht gleichgesetzt wird. Das Vokabular der Stacheln integriert die Ikonographie der Verteidigung direkt in die Struktur des Ornaments.

2. Rituelle Funktion und apotropäische Verteidigung

In der stark stratifizierten Gesellschaft von Gan waren Ornamente dieses Gewichts ausschließlich Königen, hochrangigen Eingeweihten und mächtigen Priesterinnen vorbehalten. Die hervorstehenden Stacheln fungierten als furchterregende apotropäische Werkzeuge; man glaubte, dass sie bösartige Kräfte, Hexerei und den "bösen Blick" physisch und spirituell von den verletzlichen Körpern der herrschenden Klasse ablenken sollten. Die dornähnliche Geometrie verkörperte die spirituelle Rüstung - der Träger war sichtbar mit nach außen gerichteten Verteidigungspunkten ausgestattet.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Oberfläche ist vollständig von einer dicken, stabilen Schicht aus Cuprit und Malachit (grüne und braune Oxidationskruste) umhüllt, die den ursprünglichen Metallglanz wirkungsvoll verdeckt. Diese ausgeprägte Mineralisierung gilt als schwer künstlich zu beschleunigen; sie legt nahe, dass das Objekt über einen langen Zeitraum im Boden oder in einer feuchten Umgebung aufbewahrt wurde, was eine Datierung in das 16. bis 19. Jahrhundert stützt.

Zusammenfassung

Diese Gan-Bronze gilt als ein herausragendes Beispiel des voltaischen Wachsausschmelzverfahrens und fungiert sowohl als eindrucksvolle Körperrüstung als auch als architektonische Eliteskulptur. Ihre tiefe, krustige archäologische Patina spricht für ein hohes Alter und stützt die Einordnung als historisch bedeutendes Artefakt.

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