Eine stehende männliche Figur von 160 cm Höhe, aus Holz geschnitzt. Sie stammt aus einer kleinen dörflichen Chefferie in der Region Wum in Kamerun und wurde befragt, wann immer es in der Gemeinschaft ein Problem gab.
1. Form und Schnitzerei
Die Figur steht aufrecht auf leicht gebeugten Beinen mit großen, flachen Füßen. Über dem Kopf erhebt sich eine hohe Kammfrisur: ein mittlerer Fischgrätgrat, flankiert von gerundeten Locken. Das Gesicht ist rund, mit erhabenen, rautenförmigen Augen und vollen Lippen. Eine Kette aus großen Perlen liegt über den Schlüsselbeinen, eingeritzte Bänder markieren die Oberarme und ein Handgelenk. Die rechte Hand hält eine Keule oder einen Stab, der nahe dem Knie in einem kleinen geschnitzten Kopf endet, die linke Hand ruht auf dem Oberschenkel. Hals, Rumpf, Arme und Beine sind mit dichten, flachen Kerben überzogen, die das Licht über den ganzen Körper brechen.
2. Gebrauch und Kontext
Laut Sammlungskatalog verstanden nur die Vögel die Antwort der Figur. Die in den Ritus Eingeweihten erahnten sie im Vogelgesang und in den Flugbewegungen. Als Mittelpunkt der Gemeinschaft gehörte die Figur zu deren Identität: Man schabte kleine Holzstückchen vom Körper, rieb sie zu Pulver und nahm sie zu sich, eine symbolische Vereinigung mit der Figur. Der Fon, das Oberhaupt, berichtet, sie stamme aus der Zeit seines Großvaters. Seit die Gemeinschaft vor einigen Jahren dem Beispiel ihres Fons folgte und zum Protestantismus übertrat, hat die Figur ihre Bedeutung verloren.
3. Oberfläche
Das Holz ist dunkelbraun und glänzt an den erhabenen Stellen leicht. Die Fußunterseiten zeigen helleres, blankes Holz.
Zusammenfassung
Eine hohe Orakelfigur aus der Region Wum, einst Mittelpunkt einer Dorfgemeinschaft und bei deren Entscheidungen befragt.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →
