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Notizen

IFE-STYLE Messingwappen (110 cm - Grenzüberschreitendes Friedensgeschenk an den Kounden Chiefdom)

Eine 110 cm große gegossene Messingfigur, die einen schreitenden Mann darstellt, einen Herold oder Boten, der einen langen Stab über den Schultern trägt. Das Gesicht ist von ausgeprägtem, heiterem Naturalismus gezeichnet.

1. Ästhetischer Stil und Ife Naturalismus

Diese Figur stellt eine bemerkenswerte ästhetische Abweichung innerhalb der Sammlung dar. Ihre ruhigen, sehr naturalistischen Gesichtszüge, die ausgewogenen Körperproportionen und die glatten, fließenden Linien stehen in deutlichem Gegensatz zu dem expressiven, wuchtigen Stil des Kameruner Graslandes. Wie Hornek darlegt, weisen Design und formale Merkmale auf die Metallurgietradition von Ife (oder im weiteren Sinne Nigerias) hin. Die Figur ist mit einer ruhigen Würde gegossen, die eher die Autorität eines königlichen Boten als die Präsenz eines kriegerischen Vorfahren betont.

2. Rituelle Funktion und die Diplomatie des Friedens

Die Anwesenheit dieser nigerianischen Figur in der Schatzkammer des Bamum Kounden Chiefdom gilt als anschauliches Zeugnis für "afrikanische Mobilität" und Diplomatie. Wie Hornek direkt vom Kounden-Häuptling berichtet, wurde diese Figur seinem Großvater von einer benachbarten nigerianischen Gruppe geschenkt, um ein Friedensabkommen nach Grenzstreitigkeiten offiziell zu besiegeln. Im Gegenzug schenkte der Kounden-Häuptling dem ehemaligen Gegner einen Bamum-Bronzethron. Da es sich um einen fremden Gegenstand handelte, hatte er in Kamerun wohl keine religiöse Funktion, sondern wurde als Prestigeobjekt zur Schau gestellt, das die erfolgreichen diplomatischen Bemühungen des Häuptlings symbolisierte. Hornek weist darauf hin, dass dieser Fall zeigt, wie durch die Praxis des Geschenketauschs nicht-einheimische Objekte in die kamerunischen Grasland-Häuptlingstümer gelangten.

3. Patina, Materialverwitterung und Oberflächenbeschaffenheit

Die Messingoberfläche weist eine ausgeprägte, dunkle Oxidation auf, die typisch für schwere nigerianische Kupferlegierungen ist. Da das Objekt in der Schatzkammer von Kounden aufbewahrt wurde, fehlen die Opferkrusten oder schweren Salbungsöle, die auf lokalen Ritualgegenständen zu finden sind. Die glatten, erhabenen Oberflächen des Gesichts, der Schultern und des Stabs weisen eine sanfte Politur auf, was darauf hindeuten kann, dass sie über Generationen hinweg gepflegt und als historisches diplomatisches Objekt bewahrt wurden.

Zusammenfassung

Diese Bronze im Stil von Ife ist ein bemerkenswertes historisches Dokument der grenzüberschreitenden Diplomatie. Sie wurde ausgetauscht, um einen Friedensvertrag zu besiegeln, und veranschaulicht die Mobilität der Prestigekunst zwischen den verschiedenen Königreichen Westafrikas.

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