Eine Gelbgussfigur aus Nigeria, laut Sammlungskatalog im Ife-Stil. Eine kahlköpfige, sitzende Gestalt bläst in ein langes Horn, während vier kleine stehende Figuren den Hocker unter ihr tragen.
1. Form und Guss
Die zentrale Figur sitzt im Schneidersitz auf einem gepolsterten Sitz, ein Fuß ist hochgezogen, der runde Bauch ist mit feinen eingeritzten Linien gezeichnet. Der Kopf ist glatt und kahl, mit weiten, umrandeten Augen. Beide Arme sind erhoben, an jedem Handgelenk sitzt ein Ring, und halten ein langes, sich verjüngendes Horn an den Mund. An den Ecken eines rechteckigen Sockels stehen vier kleine Figuren, die den Sitz auf dem Kopf tragen. Sie tragen Kappen und gewickelte Röcke und heben die offenen Hände.
2. Oberfläche
Das Metall hat eine warme, dunkle goldbraune Patina, auf den großen Flächen glatter, in den Falten des Sitzes und an den kleinen Figuren dunkler.
3. Herkunft und Bedeutung
Der Sammlungskatalog beschreibt das Stück als Gelbguss und ordnet es aufgrund von Gestaltung und Formensprache dem Ife-Stil zu. Er liest die Figur als Herold oder Boten. Dem Katalog zufolge kam sie zur Zeit des Großvaters des heutigen Chefs als Geschenk in die Chefferie Kounden im Sultanat Foumban, um den Frieden nach Grenzstreitigkeiten mit Nachbargruppen zu besiegeln. Sie wurde als Prestigeobjekt aufbewahrt, Kounden schenkte dafür einen Bronzethron zurück. Da sie aus einem anderen Kulturkreis stammt, war sie nicht in rituelle Bräuche eingebunden.
Zusammenfassung
Eine Gelbgussfigur eines sitzenden Hornbläsers auf einem von vier kleinen Figuren getragenen Hocker, dem Ife-Stil zugeordnet und in Kounden als Friedensgeschenk bewahrt.
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