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Notizen

BURA Bestattungsfigur (Terrakotta-Zylinder)

Ein antikes Bura-Terrakotta-Grabgefäß (3.-11. Jh., 30 cm) aus Niger/Burkina Faso - ein einfacher Zylinder mit einem tiefen vertikalen Spannungsriss, die stark verkalkte, blasse Oberfläche ist mit gehärteter Wüstenerde verkrustet.

1. Der Nekropolenkomplex von Bura-Asinda

Die 1978 entdeckte Bura-Asinda-Kultur (3.-11. Jahrhundert n. Chr.) hat das Verständnis des alten Westafrika grundlegend verändert.

  • Duale Typologie: Der Bura-Keramikkorpus schwankt zwischen rein phallischen, röhrenförmigen Urnen und eher schoßartigen, bauchigen Gefäßen.
  • Reine Zylindervariante: Dieses 30 cm lange Stück stellt die abstrakteste phallische Form dar - ohne alle Reliefdetails ist der Zylinder ein reines regeneratives Symbol.

2. Leichenablage und Ahnenfokus

Diese Objekte waren nicht für die Lebenden, sondern für die Verstorbenen bestimmt.

  • Umgekehrt über die Überreste: Sie wurden in der Regel umgedreht über dem Verstorbenen bestattet oder mit persönlichen Gegenständen, Kleidung oder menschlichen Knochen gefüllt.
  • Libationsleitung: Röhrenförmige Formen tauchten oft knapp über der Erdlinie auf und dienten als physische Kanäle, durch die die Lebenden bei Gedenkzeremonien Wasser oder Hirsebier gossen - die Flüssigkeit erreichte die Ahnen durch das Gefäß selbst.

3. Tausendjährige Verkalkung und Feuerbrüche

Die Oberfläche zeugt sowohl von alter Technologie als auch von einer tausendjährigen Bestattung.

  • Der tiefe vertikale Riss ist ein natürliches Ergebnis von Niedrigtemperatur-Brandspannungen im Tagebau, die durch das Gewicht der sich über ein Jahrtausend verschiebenden Erde noch verstärkt wurden.
  • Mineralverschmolzene Kruste: Die dicke zementartige Verkrustung aus kalzifizierter sahelischer Erde ist das eindeutige Kennzeichen eines authentischen ausgegrabenen Bura-Artefakts.

Zusammenfassung

Dieses 30 cm lange Gefäß ist das rein zylindrische Mitglied des Bura-Grabpaares und konzentriert die Essenz der phallischen Regenerationsikonographie dieser Tradition. Der Brennbruch und die mineralisch gebundene Oberfläche weisen auf eine echte rituelle Ablagerung aus dem ersten Jahrtausend vor Christus hin.

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