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Notizen

BURA Phallische Graburne (87 cm)

Eine massive, hoch aufragende, kugelförmige Terrakotta-Urne (3.-11. Jh., 87 cm) aus der Bura-Asinda-Sikka-Kultur an der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso. Sie ist an der Basis ausgestellt und vollständig mit komplexen geometrischen Mustern und erhabenen konzentrischen Bändern bedeckt. Begleitstück zur Sammlung Nrs. 81, 97, 98.

1. Die antike Nekropole der Sahelzone

Diese Urne gehört zur archäologischen Bura-Asinda-Sikka-Kultur (3.-11. Jahrhundert). Es handelt sich im Wesentlichen um einen antiken Sarg.

  • Sekundärbestattung: Die Bura praktizierten die Sekundärbestattung. Nachdem das ursprüngliche Fleisch verwest war, wurden die verbleibenden Knochen und der Schädel in den hohlen Schaft dieser massiven Tonröhre gelegt, die dann in riesigen "Städten der Toten" aufrecht in die Erde gepflanzt wurde

2. Die Symbolik der Wiedergeburt

Die offenkundig kugelförmige, phallische Form ist durchaus beabsichtigt. In der frühen westafrikanischen Kosmologie wurde der Tod als eine Rückkehr zur Erde betrachtet, um neues Leben zu ermöglichen. Indem die Bura die Ahnen in phallischen Gefäßen bestatteten, pflanzten sie symbolisch den vitalen Samen des Verstorbenen zurück in die Erde und sicherten so die fortgesetzte Fruchtbarkeit und das Überleben der lebenden Nachkommenschaft.

3. Die Textur der Identität

Keine zwei Bura-Urnen sind genau gleich. Die komplizierten, faszinierenden Muster auf der Oberfläche - die durch das Rollen von geflochtenen Fasern, geschnitzten Holzrouletten und Muscheln über den feuchten Ton entstanden - dienten als Clan-Register, das die spezifische Abstammung, den Reichtum und den sozialen Status der darin beigesetzten Person identifizierte.

Zusammenfassung

Diese Bura-Urne ist ein spektakuläres Monument der antiken afrikanischen Archäologie. Mit ihren 87 cm verschmilzt sie perfekt die Konzepte des Todes und der männlichen Fruchtbarkeit und dient als reich verzierter, ewiger Terrakotta-Samen, der in die sahelische Erde gepflanzt wurde.

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