KOMA Reitergrabfigur
Eine imposante Koma-Reiter-Terrakotta (12.-18. Jh., 34 cm) aus Ghana - ein stark stilisierter Reiter auf einem vereinfachten Reittier, mit klassischer Koma-Gesichtsgeometrie aus wulstigen, scheibenförmigen Augen, einem markanten, gezackten Bart und einer flachen, kappenartigen Frisur, alles bedeckt von einer dicken, kiesigen, erdverkrusteten Patina.
1. Die Koma-Bulsa-Reitertypologie
In der rätselhaften Koma-Bulsa-Terrakotta-Tradition im Norden Ghanas nehmen die Reiterfiguren einen Platz von höchstem Ansehen ein.
- Formökonomie: Während die Koma-Kunst allgemein für ihre surreale, fast fremdartige Stilisierung bekannt ist, wird bei den Reiterfiguren eine Formökonomie angewandt, um die Dominanz des Reiters zu betonen - das Pferd wird miniaturisiert und auf eine röhrenförmige Abstraktion reduziert, während der Oberkörper, der Kopf und der kunstvolle Bart des Reiters übertrieben dargestellt werden.
- Patriarchalischer Bart: Die ausgeprägte konzentrische Rille am Kinn des Reiters stellt einen sehr gepflegten Bart dar - ein Symbol für hohes Alter, Weisheit und patriarchalische Autorität.
2. Kavallerie, Prestige und das Reich der Geister
Im rauen Terrain der Sahelzone war das Pferd das ultimative Symbol für militärische Macht, Reichtum und Mobilität der Elite.
- Aufstieg in die höchste Schicht: Die Darstellung eines Vorfahren auf dem Pferd erhob ihn in die höchstmögliche soziale Schicht.
- Spirituelles Reittier: In den Grabhügeln platziert, statteten diese Figuren den Verstorbenen mit einem spirituellen Reittier aus, das die Ankunft im Reich der Ahnen mit der Würde und der kriegerischen Kraft eines Königs, Kriegsherrn oder überragenden Häuptlings sicherte.
3. Unterirdische Verwitterung und Lehmzusammensetzung
Die Oberfläche bietet ein perfektes Beispiel für eine echte archäologische Patinierung der Koma.
- Absorption von eisenhaltigem Boden: Der bei niedrigen Temperaturen gebrannte, grobsandige Lehm hat sich stark zersetzt und den eisenhaltigen Boden Nordghana's absorbiert.
- Un-Simulierbare Verkrustung: Dicke ungleichmäßige Verkrustungen aus gebranntem Schlamm und verkalkten Wurzelranken, die die tiefen Einschnitte der Augen und des Bartes füllen, können nicht künstlich simuliert werden - was eine Bestattung im 12.
Zusammenfassung
Dieses Stück ist ein Inbegriff der musealen Darstellung der Koma-Reiterform. Die strenge geometrische Kraft des Reiters, kombiniert mit einer zutiefst authentischen Ausgrabungspatina, macht es zu einem Meisterwerk der alten ghanaischen Führungsikonographie.



