KOMA-Grabfigur
Eine dynamische Koma-Terrakotta (12.-18. Jh., 24 cm) aus Ghana - sitzend oder hockend mit nach oben zur Brust gebogenen Armen, mit einem stark beringten Hals, wulstigen, scheibenförmigen Augen und einem dramatisch geöffneten, singenden Mund. Die Terrakotta ist grob und vollständig mit einer dichten, eingebrannten Kruste aus blasser ghanaischer Erde gesättigt.
1. Koma-Bulsa Mound Enigmas
Die Koma- (oder Komaland-) Terrakotten im Norden Ghanas sind eine höchst rätselhafte archäologische Entdeckung.
- Ausbruch aus der glatten Ästhetik: Die Kultur, die zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert datiert wird, produzierte ausdrucksstarke, oft bauchige Figuren, die völlig aus der glatten Ästhetik der Nachbarregionen ausbrechen.
- Hyperventilierende Anstrengung: Die Quintessenz dieses Beispiels - mit hervorstehenden scheibenförmigen Augen und weit aggressiv geöffnetem Mund - verleiht dem Wesen einen wachen, fast hyperventilierenden Ausdruck geistiger Anstrengung.
2. Heil- oder Begräbniswächter
Koma-Figuren werden immer in organisierten kreisförmigen Hügeln begraben - rituelle Entsorgungsstätten, Heilschreine oder Massengräber.
- Austreiben von Krankheiten: Der offene Mund bedeutet, dass die Figur aktiv singt, atmet oder Krankheiten austreibt.
- Gesangliche spirituelle Wache: Als Grabfigur fungierte sie wahrscheinlich als aggressive spirituelle Wache, die Hexerei und böse Geister durch ständige übernatürliche Vokalisierung vom heiligen Grabhügel fernhielt.
3. Erdsinterung und Taphonomie
Der materielle Zustand stimmt vollkommen mit einer jahrhundertelangen Bestattung in den Savannenböden Nordghana's überein.
- Poröses, schweres Material: Die Terrakotta ist extrem porös, was auf die Verwendung von schwerem Material hinweist.
- Verschmolzene Erdvertiefungen: Tiefe, gehärtete Erdkrusten sind fest in die Vertiefungen der Gesichtszüge, den Halsring und die Räume unter den Armen eingeschmolzen - ein unbestreitbarer geologischer Beweis für eine unterirdische archäologische Geschichte.
Zusammenfassung
Diese Koma-Grabfigur, die eine aktive, stimmliche und spirituelle Kraft ausstrahlt, ist ein seltenes Überbleibsel der rätselhaften Grabhügelbauer im Norden Ghanas. Ihre aggressive Ikonographie und die tiefe Erdverkrustung machen sie zu einem archäologischen Schatz von Weltrang.



