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Notizen

BOBO-Helm-Maske

Eine massive, architektonisch komplexe hölzerne Helmmaske (1. Hälfte 20. Jh., 82 cm) von den Bobo aus Burkina Faso - ein längliches Gesicht, ein ausgeprägter sagittaler Kamm und zwei geschwungene vertikale Hörner, die mit geometrischen Mustern bemalt sind.

1. Monumentaler Zoomorphismus

Diese Maske ist ein Beispiel für die schiere Größe und aggressive Geometrie der Bobo-Maskentradition.

  • Hörner und Wappen: Die Maske wird von zwei massiven, geschwungenen Hörnern und einem zentralen, klingenartigen Wappen gekrönt. Dieser stellt einen zusammengesetzten Geist des Busches dar - teils Antilope, teils Vogel, teils übernatürliches Wesen -, der den Raum um den Tänzer herum physisch beherrschen soll.

2. Geometrische Polychromie und Dualität

  • Auffällige Dreiecke: Das lange, schräge Gesicht ist mit abwechselnden Dreiecken in verblassten Pigmenten bemalt.
  • Kosmisches Gleichgewicht: In der Vorstellung der Bobo stehen diese kontrastierenden Muster für die Dualität des Universums - hell und dunkel, männlich und weiblich, Wissen und Unwissenheit. Die Maske ist eine visuelle Darstellung des Gleichgewichts, das der Schöpfergott Wuro verlangt.

3. Die Wiedererschaffung der Welt

Diese massiven Helme werden zu Beginn der landwirtschaftlichen Saison getanzt.

  • Der Agent des Schöpfers: Die Maske stellt den Agenten des Schöpfergottes dar, der herabgesandt wurde, um die Schiefertafel zu säubern.
  • Die spinnende Wiedergeburt: Man glaubt, dass der schwere Spinntanz des Maskenbildners die Naturkräfte physisch wieder ins Gleichgewicht bringt und dafür sorgt, dass der Regen kommt und die Ernte wächst.

Zusammenfassung

Dieser Bobo-Helm ist ein kolossaler, tragbarer Altar. Seine ausladenden Hörner und kühnen Geometrien machen ihn zu einer ehrfurchtgebietenden Manifestation der Kraft der Natur, die die Aufgabe hat, die Erde für das Überleben der Menschen zu erneuern.

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