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Notizen

LOBI Elfenbeinpärchen (19. Jh., 13 cm)

Ein Paar von kleinen, fein geschnitzten Elfenbeinfiguren (männlich und weiblich), die starr mit den Händen an der Seite stehen, mit großen, abgerundeten Köpfen und subtilen Gesichtsschnitzereien. Das Elfenbein hat eine ausgeprägte, tief gesprenkelte, glänzende, dunkle Karamell- und Orangenpatina entwickelt.

1. Ästhetischer Stil und regionale Merkmale

Während Lobi bateba (Schreinfiguren) fast durchgängig aus Holz geschnitzt werden, sind diese aus massivem Elfenbein gefertigten Miniaturausgaben sehr selten und zeugen von hohem Prestige. Der Künstler hat die strenge, frontale und symmetrische Geometrie, die für viele Bateba charakteristisch ist, gekonnt beibehalten, was ihnen trotz ihrer geringen Größe und ihres kostbaren Materials die Präsenz spiritueller Wächter verleiht. Die Elfenbeindarstellung erhebt die ansonsten utilitaristische Lobi-Schnitzerei in den Bereich des seltenen Prestigematerials, das üblicherweise mit herausgehobenen Statusgruppen assoziiert wird.

2. Rituelle Funktion und tragbarer Schutz

Als ausgewogenes männlich-weibliches Paar geschnitzt, stellen diese Figuren das für das menschliche Überleben und die Fortpflanzung notwendige kosmologische Gleichgewicht dar. Aufgrund ihrer Größe und des Eigenwerts des Elfenbeins wurden sie nicht in einem statischen Schrein aufbewahrt. Stattdessen fungierten sie als sehr persönliche, tragbare Amulette, die von einem Wahrsager oder einer wohlhabenden Person getragen wurden, um einen ständigen, mobilen Schutz vor lokalen Naturgeistern (thila) und bösartiger Magie zu gewährleisten. Durch ihre Tragbarkeit waren sie eher an das tägliche Leben einer einzelnen Person als an einen festen Ort gebunden.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die visuelle Wirkung dieser Stücke liegt maßgeblich in ihrer Oberflächenpatinierung. Das Elfenbein hat sich von weiß in ein tiefes, leuchtendes, gesprenkeltes Karamell und Dunkelbraun verwandelt. Dies deutet auf eine "Handhabungspatina" hin, die durch jahrzehntelange Einwirkung von menschlichem Schweiß, Körperölen und möglicherweise örtlicher Salbung mit Ruß oder Palmöl auf das Elfenbein entstanden sein kann. Diese tiefe Färbung spricht für ein hohes Alter und stützt eine Datierung der Stücke in das 19. Jahrhundert.

Zusammenfassung

Ein seltenes Paar Lobi-Elfenbeinanhänger, die die monumentale animistische Ästhetik in intime Miniaturen umsetzen. Ihre ausgeprägte, von Hand geriebene Karamell-Patina zeugt von langem Gebrauch und hohem Alter.

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