SammlungAfrican Art Archive
Notizen

DAN Männliche Altarfigur aus Bronze (19. Jh., 21 cm)

Eine robust gegossene Bronzefigur eines stehenden Mannes mit ausgeprägt prognathischem Gesicht, gewölbten Augenbrauen und markanten, stilisierten Ohren. Die Figur weist subtile Skarifikationen auf und besitzt eine sehr dunkle, leicht oxidierte und handgescheuerte Patina.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Während das Volk der Dan international für seine äußerst raffinierten Holzmasken bekannt ist, sind seine Bronzearbeiten weniger verbreitet, aber ebenso wirkungsvoll. Diese Figur weist die klassische Gesichtsarchitektur der Dan-Masken auf - die hohe, gewölbte Stirn, die gewölbten, halbkreisförmigen Augenbrauen und die starke, vorspringende Kieferlinie. Durch die Hinzufügung des Körpers entsteht jedoch eine vollständige, idealisierte Darstellung männlicher Vitalität und physischer Stärke. Die Übertragung der Maskenästhetik in das Bronzeregister zeigt die kulturelle Tiefe des Dan-Formenvokabulars.

2. Rituelle Funktion und Prestigedarstellung

In der Dan-Gesellschaft war das Bronzegießen eine besondere Kunstfertigkeit, und der Besitz eines solchen Objekts war ein deutliches Zeichen für Reichtum und Prestige. Diese Figur gehörte wahrscheinlich einem hochrangigen Mitglied eines Geheimbundes oder einem erfolgreichen Krieger. Möglicherweise diente sie als Prestigeobjekt bei wichtigen Festen oder als lokale Altarfigur zu Ehren eines mächtigen Vorfahren oder eines bestimmten Buschgeistes, der mit kriegerischem Erfolg assoziiert wurde. Bronze im Dan-Kontext deutet eher auf einen institutionellen als auf einen privaten Auftrag hin.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die tiefe, fast schwarze Oxidation der Bronze wird durch glatte, etwas hellere Bereiche an den markanten Stellen (Nase, Brust, Knie) hervorgehoben. Dies deutet darauf hin, dass die Figur über viele Generationen hinweg häufig bearbeitet, gerieben und poliert wurde. Die hohe Qualität des Wachsausschmelzverfahrens in Verbindung mit diesen echten Gebrauchsspuren ist ein eindeutiger Beleg für die Herkunft der Figur aus dem 19.

Zusammenfassung

Ein seltenes und kraftvolles Beispiel eines Dan-Bronzegusses, der die berühmte Maskierungsästhetik der Kultur in eine vollständige, dreidimensionale Figur umsetzt. Seine robuste Form und die tiefe, handgescheuerte Patina machen ihn zu einem hervorragenden, frühen ethnografischen Prestigeobjekt.

Weitere Werke der Sammlung