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Notizen

DAN Männliche Geistermaske mit geflochtener Faserfrisur (Gunye Ge, 22 cm)

Eine tief geschwärzte, ausgeprägt ovale Gesichtsmaske aus Holz mit großen, offenen, kreisrunden Augen und einem hervorstehenden Mund mit vorgeschobenen Lippen. Sie wird von dicken, eng geflochtenen Schnüren aus dunkler Naturfaser (Bast oder Tierhaar) eingerahmt, die als kunstvolle Frisur dienen.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Diese Dan-Maske zeichnet sich durch eine feine Ausführung aus. In der Taxonomie der Dan-Masken kennzeichnen große, offene, runde Augen typischerweise eine "männliche" Geistermaske (wie eine Gunye Ge-Rennmaske oder eine aktive Deangle), im Gegensatz zu den schmalen, geschlitzten Augen der sanften, "weiblichen" Geister. Die ausgeprägte Symmetrie, die geschwollene, hohe Stirn und die durchsetzungsfähigen, offenen Augen repräsentieren das Dan-Ideal einer grimmigen, wachen und höchst aktiven geistigen Präsenz. Das Dan-Klassifizierungssystem unterscheidet zwischen männlichen und weiblichen Geistern in erster Linie durch die Augengeometrie, was die Augenbehandlung zu einem präzisen ikonografischen Marker macht.

2. Rituelle Funktion und aktive Darbietung

Masken mit dieser aktiven, offenäugigen Typologie sind dynamische Kräfte innerhalb des Dorfes. Sie werden häufig bei Festen in der Trockenzeit für Wettrennen eingesetzt, bieten energiegeladene Unterhaltung oder werden von den Ordnungshütern der Gesellschaft zur Überwachung der Dorfdisziplin eingesetzt. Die dicke, geflochtene Faserfrisur verleiht der Maske eine beträchtliche visuelle Masse und eine dynamische, schwungvolle Bewegung, wenn sie schnell durch die Gemeinschaft getanzt wird. Das Schwingen der Frisur verstärkt die visuelle Wirkung der Bewegung des Tänzers und signalisiert spirituelle Aktivierung durch körperliche Bewegung.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Maske ist mit einer tiefschwarzen, glänzenden Patina überzogen. In der Dan-Tradition wird diese tiefe Dunkelheit durch wiederholtes Auftragen von Pflanzenfarben und Palmöl erreicht, dann wird die Maske manchmal in Schlamm vergraben oder über einem rauchigen Feuer geröstet, um die Farbe zu versiegeln. Die durch Gebrauch geglättete Innenseite und der Erhalt der ursprünglichen, brüchigen Bänder sprechen für das Alter und die sorgsame Pflege der Maske, die stilistisch dem frühen 20. Jahrhundert zugeordnet werden kann.

Zusammenfassung

Ein bemerkenswertes Beispiel für eine aktive Dan-Maskierung, die durch ihre offenen, runden Augen und ihre ausgeprägte Symmetrie eine kraftvolle geistige Wachsamkeit ausstrahlt. Die reiche, tief geschwärzte Patina und die originale Flechtfrisur machen sie zu einem herausragenden Zeugnis der Kunst der Elfenbeinküste.

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