LOBI Gebundene weibliche Bateba mit Perlenkette (an der Basis verankert, 36 cm)
Eine stilisierte, stark verwitterte weibliche Holzfigur, die auf einem dicken, abgerundeten, blockartigen Sockel steht. Sie hat kurze, blockige Beine, die mit dicken, gealterten Naturfaserkordeln an den Sockel gebunden sind, einen funktionslosen Torso und einen großen, runden Kopf, der mit einer bunten Glasperlenkette geschmückt ist.
1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten
Bei dieser Figur handelt es sich um einen klassischen Lobi bateba phuwe (gewöhnlicher Bateba), der sich durch seine starre, aufrechte Haltung und seine schweren, minimalistischen Volumen auszeichnet. Das auffälligste und ungewöhnlichste Merkmal ist der dicke, hervorstehende Sockel, an den die Figur mit gealterten Faserkordeln fest gebunden ist. Diese absichtliche Bindung unterstreicht die Rolle der Bateba als unbeweglicher, dauerhafter Anker. Sie ist physisch und magisch an ihren Standort gebunden und stellt sicher, dass der Schutzgeist (thil), den sie beherbergt, nicht fliehen oder leicht vertrieben werden kann. Gebundene Bateba sind im Lobi-Korpus als eine spezifische Unterkategorie dokumentiert, die verwendet wird, wenn der Rutengänger den Geist an einen bestimmten Ort binden muss.
2. Rituelle Funktion und Devotionalienschmuck
Trotz der rauen, stark verwitterten und ungeschliffenen Beschaffenheit der Holzschnitzerei bedeutet die Hinzufügung der hellen, mehrfarbigen Glasperlenkette eine tiefe, anhaltende Hingabe. Wenn ein Bateba die Familie erfolgreich beschützt oder ein Gebet erhört, belohnt der Besitzer den Geist, indem er die Holzfigur mit teuren, importierten Perlen schmückt und die raue Schnitzerei mit der Verehrung behandelt, die einem lebenden Wesen gebührt. Der Perlenschmuck ist ein Transaktionsnachweis für die effektive Schutzarbeit des Geistes.
3. Physische Patina und Altersnachweis
Der physische Zustand des Holzes bestätigt seine Geschichte in einem traditionellen Lobi thildu (Schreinraum). Die Oberfläche ist völlig trocken und weist tiefe, strukturelle Austrocknungsrisse auf, die auf das trockene burkinische Klima zurückzuführen sind. Die dicken, staubigen Faserkordeln, mit denen die Beine zusammengebunden sind, sind spröde und unglaublich alt, was eine absolute Garantie dafür ist, dass diese komplexe rituelle Zusammenstellung in ihrem ursprünglichen, unberührten Zustand erhalten geblieben ist.
Zusammenfassung
Eine kraftvolle, fest verankerte Lobi bateba, die auf wunderbare Weise die Überschneidung von strenger hölzerner Abstraktion und zarter, hingebungsvoller Verzierung demonstriert. Die ursprünglichen Bindeschnüre und die tiefe Austrocknung machen sie zu einem unanfechtbaren ethnografischen Artefakt.

Schreinaltar mit Ehepaar BATEKE

Seltene Kopfhaubenmaske

Schreinfigur, die einen BATEBA-Geist darstellt (ungewöhnlich groß, selten)
