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Notizen

YORUBA Egungun-Tanzkleid

Ein imposantes, 230 cm hohes Tanzkleid, das sich durch seine umfangreiche und aufwendige Perlenstickerei auszeichnet. Dieses monumentale Werk dient als physische Manifestation der Ahnengeister und hüllt den Träger vollständig in ein schweres, kaskadierendes Gewand aus sorgfältig applizierten Perlen und Pailletten, die komplexe geometrische und figurative Motive bilden.

1. Ästhetischer Stil und materieller Reichtum

Die ästhetische Wirkung dieses Egungun-Gewandes beruht auf der massiven Akkumulation von Perlen und Pailletten. Der obere Bereich weist aus Perlen geformte Schriftzüge auf, während die herabfallenden Paneele deutliche perlenbestickte Ikonografien zeigen, darunter abstrakte sowie zoomorphe oder anthropomorphe Figuren auf kontrastierenden Hintergründen. Das enorme Volumen der Perlenarbeiten ist ein direkter visueller Ausdruck des Reichtums, des Status und des Prestiges der besitzenden Familie. Da Perlen historisch wertvoll sind und ihre Verarbeitung äußerst arbeitsintensiv ist, demonstriert die schiere Menge des Materials die soziale Stellung der Eigentümer.

2. Rituelle Funktion und Rückkehr der Ahnen

In den westlichen und südlichen Gruppen der Yoruba finden fast jährlich, mindestens jedoch alle zwei Jahre, mehrwöchige Feste zu Ehren der Ahnen statt. Gelegentlich kommt es auch zu Maskenauftritten bei Todesfällen und Totengedenkfeiern. Familien besitzen diese perlenbestickten Egungun-Gewänder sowohl als symbolische Repräsentationen der Ahnen als auch als Statussymbole, die den Wohlstand des Eigentümers signalisieren. Die Pflege und Präsentation eines derart kostbaren Gewandes ist eine tiefe familiäre Pflicht; es ehrt die Toten und zeigt der gesamten Gemeinschaft die anhaltende Prosperität der lebenden Nachkommen.

3. Oberfläche, Abnutzung und Altersmerkmale

Das Alter und die rituelle Nutzung des Gewandes lassen sich am Zustand der Perlenstickerei ablesen. Über die Paneele hinweg zeigen sich Spuren von Perlenverlust, gelockerten Fäden und fehlenden Pailletten, was auf einen dynamischen Gebrauch hindeutet. Die Oberfläche der Perlen weist eine subtile Mattierung und Staubanlagerungen in den textilen Zwischenräumen auf, was durch die Einwirkung der Elemente während der Freiluftaufführungen entsteht. Die Ränder der Trägerstruktur weisen Ausfransungen auf, die typisch für den Kontakt mit dem Boden während der ausladenden Drehbewegungen des Tanzes sind.

Zusammenfassung

Dieses reich mit Perlen bestickte Egungun-Gewand ist ein monumentales Werk spiritueller Kunst. Es fungiert als lebendige, kinetische Brücke zwischen der lebenden Yoruba-Gemeinschaft und ihren mächtigen Ahnen und manifestiert zugleich tiefe kindliche Pietät und familiären Wohlstand.

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