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Notizen

BAMILEKE Ritual "Pierre Pacte" Steine (Mayap Dorf in der Nähe von Bafia - Pact + Power-Deposit Funktion)

Diese kleinen, abgenutzten, in der Hand gehaltenen Objekte haben die Form stilisierter, entkörperlichter menschlicher Gesichter. Sie haben eine dichte, schwere, steinartige Textur und sind auf der Rückseite leicht ausgehöhlt.

1. Ästhetischer Stil und lithische Abstraktion

Diese Objekte, die dem Dorf Mayap in der Nähe von Bafia zugeordnet werden, zeigen eine Verbindung von Skulptur und natürlichen Materialien. Die Ästhetik der Objekte ist reduziert und elementar. Die Gesichter sind minimalistisch gestaltet und konzentrieren sich auf die Grundgeometrie von Augen, Nase und Mund. Der Verzicht auf filigrane Verzierungen betont die dichte Masse der Objekte und verweist auf ihre überlieferte Rolle als physische Anker für spirituelle und rechtliche Vereinbarungen innerhalb der Bamileke-Gemeinschaft.

2. Rituelle Funktion und der "Pierre Pacte"

Diesen Objekten wird in der traditionellen Gesellschaft eine doppelte rituelle Funktion zugeschrieben. Zum einen dienten sie als "pierre pacte" (Paktsteine) zur Besiegelung wichtiger Geschäftsvorgänge und Verträge; ein auf den Stein geleisteter Eid band die Parteien rituell. Da ein Großteil der Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte, ersetzten mündliche Verträge, die mit einem solchen Stein besiegelt wurden, die schriftliche Dokumentation. Zweitens wird ihnen eine Funktion als spirituelle Gefäße zugeschrieben: Bevor ein Besucher zu einer Audienz beim Dorfhäuptling ging, berührte er die ausgehöhlte Rückseite des Steins, um symbolisch seine persönliche Macht zu deponieren und Respekt zu bezeugen. Beim Verlassen der Audienz berührten sie den Stein erneut, um ihre Autorität zurückzugewinnen.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Oberflächen dieser Steine sind glatt, dunkel und weisen eine ausgeprägte Patina auf. Diese Oberflächenbeschaffenheit spricht für eine intensive Handhabung über einen längeren Zeitraum, wie sie durch das wiederholte Berühren bei rituellen oder rechtlichen Anlässen entstehen kann. Die leichte Rundung der Gesichtszüge und die Ablagerungen in den Vertiefungen stützen die Annahme einer langjährigen Nutzung im gemeinschaftlichen Kontext.

Zusammenfassung

Diese Ritualsteine sind eindringliche Zeugnisse des Rechts und der Diplomatie der Grassfields. Ihre polierten Oberflächen verweisen auf die rituelle Praxis und die Eide, die im Kontext der Mayap-Gemeinschaft überliefert sind.

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