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Notizen

MAMBILA Terrakotta-Figurenpaar (dokumentiert aus der Schatzkammer von Bamum Mabouo - kulturübergreifendes diplomatisches Objekt)

Zwei kräftige, stark strukturierte Terrakottafiguren mit dem klassischen herzförmigen Gesicht der Mambila, breiten, klaffenden Mündern und hervorstehenden, röhrenförmigen Augen.

1. Ästhetischer Stil und Mambila-Abstraktion

Diese Figuren weisen die für die Mambila-Kultkeramik charakteristische, ausdrucksstarke Ästhetik auf. Bei der Gestaltung wurde weitgehend auf naturalistische Proportionen verzichtet, um die Ausdruckskraft des Gesichts zu betonen. Der offene Mund und die hervortretenden, röhrenförmigen Augen erzeugen eine hyperwache Präsenz. Die raue Textur des Tons wird in der Literatur oft mit rituellen Kräften assoziiert, was eine Parallele zur Ästhetik der rituellen Mambila-Figuren an anderer Stelle in dieser Sammlung nahelegt (vgl. Objekt 137).

2. Rituelle Funktion und diplomatische Mobilität

Die historische Bedeutung dieser Figuren wird mit ihrer dokumentierten Herkunft in Verbindung gebracht. Während sie stilistisch den Mambila nahestehen, wurden sie in der Schatzkammer des Mabouo-Häuptlingstums - einer Bamum-Gemeinschaft - dokumentiert, wie von Hornek beschrieben. Dies gilt als ein bemerkenswertes Zeugnis "afrikanischer Mobilität": In den Grassfields tauschten hochrangige Häuptlinge häufig mächtige Kultgegenstände als diplomatische Geschenke aus, um Allianzen zu schmieden oder Verpflichtungen auszugleichen. Diese Mambila-Figuren wurden in die Schatzkammer der Bamum integriert, vermutlich weniger wegen ihrer ursprünglichen rituellen Funktion, sondern als prestigeträchtige Objekte, die auf die weitreichenden diplomatischen Verbindungen des Mabouo-Häuptlings hinweisen.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersindikatoren

Die Terrakotta weist eine trockene, oxidierte Patina auf, die weitgehend frei von jüngeren, aktiven Trankopferkrusten erscheint, wie man sie bei Figuren findet, die noch im aktiven rituellen Gebrauch stehen. Stattdessen sind die Vertiefungen mit feinem Staub und Ruß gefüllt, was mit einer langfristigen Lagerung in einem Schatzhaus in Bamum vereinbar ist. Diese stabile Patina stützt die Annahme eines Übergangs von aktiven rituellen Werkzeugen der Mambila zu aufbewahrten diplomatischen Objekten der Bamum.

Zusammenfassung

Diese Mambila-Figuren sind ausdrucksstarke Beispiele ritueller Keramik, deren Bedeutung vor allem im historischen Kontext liegt. Ihre Dokumentation im Kontext einer Schatzkammer der Bamum gilt als ein wichtiges Zeugnis für die komplexen diplomatischen Netzwerke des kamerunischen Graslandes.

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