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Notizen

YORUBA Chief's Beaded Capes (160 cm - Polychrome Schärpen, Krokodil/Eidechsen-Motive)

Drei lange, rechteckige Schärpen oder Umhänge, die dicht mit lebhafter polychromer Perlenstickerei bedeckt sind. Die Perlenstickerei umreißt akribisch wiederkehrende, stilisierte menschliche Gesichter, Krokodile/Eidechsen und komplexe, verschlungene geometrische Hintergründe.

1. Ästhetischer Stil und symbolische Applizierungen

Diese Perlenumhänge folgen genau der ästhetischen Brillanz der vollen Yoruba-Perlentuniken (vgl. 188+189), wobei Tausende von importierten Glasperlen verwendet werden, um ein lebendiges, flexibles Mosaik zu schaffen. Die Künstler haben eine kontrastreiche Farbpalette - Rot-, Grün-, Blau- und Weißtöne - verwendet, um sicherzustellen, dass die spezifischen Motive auch aus der Entfernung gut lesbar sind. Die sich wiederholenden Gesichter stellen wahrscheinlich Ahnen oder Orishas dar, während die auffälligen Krokodil-/Eidechsenmotive in der Ikonografie der Yoruba allgemein als Symbole für Anpassungsfähigkeit und Überleben verstanden werden, da sie die Grenzen zwischen Wasser und Erde überqueren.

2. Rituelle Funktion und Ausweitung des Privilegs

Traditionell werden diese Umhänge dem Oba (König), der Königin oder den höchsten Würdenträgern über die Schultern gehängt und sind ein wichtiges Instrument der sozialen Rangordnung. Wie Hornek jedoch ausdrücklich bestätigt, haben sich die strengen traditionellen Gesetze, die bestimmten, wer Perlenarbeiten tragen durfte, im Laufe der Zeit gelockert. Infolgedessen wurden diese speziellen Umhänge wahrscheinlich von weniger bedeutenden "Häuptlingen" oder wohlhabenden Gemeindevorstehern in Auftrag gegeben und getragen, die die spektakulären, teuren Perlenarbeiten nutzten, um ihre eigene Bedeutung zu erhöhen und bei öffentlichen Festen und rituellen Versammlungen eine Aura königlichen Prestiges zu vermitteln.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Umhänge zeigen eine schöne, organische Alterung. Die schwere Stoffunterlage hat ihre ursprüngliche Steifigkeit verloren und ist durch das Gewicht der Glasperlen und das jahrelange Tragen über den Schultern der Menschen geschmeidig und leicht verformt. Die Perlen selbst weisen eine sanfte, authentische Abschwächung ihrer ursprünglich leuchtenden Farben aufgrund der UV-Belichtung auf. Geringfügige Ausfransungen an den Rändern und gelegentlich fehlende Perlenstränge an den am meisten beanspruchten Stellen zeugen von ihrer Geschichte als aktiv getragene, historische Prestigekleidung.

Zusammenfassung

Diese farbenfrohen, mit Perlen besetzten Umhänge sind atemberaubende Beispiele der Yoruba-Statussignalisierung und Textilkunst. Ihre komplexen Tiermotive und die von der Sonne verblassten Perlenarbeiten dokumentieren perfekt die sich verändernde Dynamik des elitären Privilegs in der nigerianischen Gesellschaft.

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