EWE Male Nana Densu Three-Headed Mami-Wata Figure (Fetischist Codjo, Guinzin - Hinduistischer Einfluss)
Ein höchst ungewöhnlicher, heller männlicher Torso aus Terrakotta oder modelliertem Ton (Material umstritten - siehe Flaggen). Er zeigt einen dramatisch aufgerichteten Phallus, dicke Schlangen, die sich um die Brust winden, und drei deutliche Gesichter, die in verschiedene Himmelsrichtungen zeigen.
1. Ästhetischer Stil und transkultureller Hinduismus
Diese aus dem fetischistischen Codjo im Dorf Guinzin in der Republik Benin stammende Figur stellt eine radikale, transkulturelle ästhetische Veränderung dar. Sie gehört dem Mami-Wata-Kult an, der aktiv visuelle Einflüsse aus europäischen und indischen Handelsdrucken des 19. Wie Hornek ausdrücklich bestätigt, weist die Figur "eindeutig hinduistische Gestaltungsmerkmale auf" Das dreiköpfige Design ist eine direkte stilistische Anleihe aus der hinduistischen Ikonographie (wie z. B. Darstellungen von Brahma oder Shiva). Diese importierte Ästhetik geht nahtlos in traditionelle westafrikanische Machtsymbole über, insbesondere in die dicken, sich windenden Schlangen, die für Wassergeister stehen, und in die aggressive, offenkundige Darstellung männlicher Potenz und Fruchtbarkeit.
2. Rituelle Funktion und der allwissende Geist
Diese Figur mit dem Namen Nana Densu (das männliche Gegenstück im Mami Wata-Pantheon - vgl. die paarigen weiblichen Nana Densu-Gefäße 195A/B + 196 ebenfalls aus Codjo) war für den Fetischisten ein höchst persönliches und machtvolles Kultobjekt. Wie Hornek direkt dokumentiert, dienen die drei Köpfe, die in verschiedene Richtungen weisen, einem ganz bestimmten übernatürlichen Zweck: Sie machen den Geist allwissend und sorgen dafür, dass er alles wahrnimmt und dass ihm nichts entgeht" Das aufgerichtete Glied symbolisiert die ungezähmte männliche Kraft, während die Schlangen die Figur mit dem Wasser verbinden. Auf einem Altar platziert, empfing sie Opfer und Gebete von Einheimischen, die Reichtum, Fruchtbarkeit und Schutz suchten.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Die Patina hängt davon ab, welches Material man liest. Wenn es sich um Ton/Terrakotta handelt (wahrscheinlich, passend zu den paarigen weiblichen Gefäßen): die Oberfläche ist sehr trocken, pulverig, ohne den dunklen Ruß einer Gemeinschaftsfeuerstelle, stattdessen mit einer kalkigen, hellen Patina. Spuren historischer Opfergaben - getrocknete Trankopfer oder pulverisiertes Kaolin - sind in den Vertiefungen zwischen den sich windenden Schlangen und den Gesichtern sichtbar. Die zerbrechliche Beschaffenheit und die leichten Abnutzungserscheinungen an den Rändern bestätigen, dass es sich um ein sorgfältig gehütetes, stationäres Altarobjekt handelt.
Zusammenfassung
Diese Nana Densu-Figur ist eine spektakuläre, dreiköpfige Manifestation der transkulturellen Mami Wata-Religion. Ihre Verschmelzung von hinduistischer Allwissenheit und westafrikanischer Fruchtbarkeitsmagie macht sie zu einem herausragenden Artefakt der spirituellen Entwicklung in Benin.



