EWE Mami-Wata "Ablo" Wappenfigur (35 cm - Codjo Guinzin, "Mutter des Wassers" Geist)
Eine kleine, stark stilisierte Figur aus Ton/Terrakotta (Material umstritten) mit vereinfachten Gliedmaßen, einem markanten Kopf und scheinbar schlangen- oder fischartigen Attributen, die sich um den Körper winden oder ihn stützen.
1. Ästhetischer Stil und die Mutter des Wassers
Diese kleine Figur, die vom Fetischisten Codjo aus dem Dorf Guinzin stammt, zeigt die typische, fließende Ästhetik des Mami Wata-Kults. Wie Hornek ausdrücklich dokumentiert, leitet sich der Name "Mami Wata" aus dem nigerianischen Pidgin-Englisch ab und bedeutet grob übersetzt "Mutter des Wassers" Der Glaube an Wassergeister - typischerweise symbolisiert durch Wasserschlangen, Krokodile oder Fische - ist in afrikanischen Traditionen seit jeher präsent. Der Künstler hat die Figur mit glatten, wellenförmigen Linien geformt, die die menschliche Form mit Wassersymbolen verbinden und so eine hybride, meerjungfrauenartige Ästhetik schaffen, die sich von den starren, geometrischen Schnitzereien der Vorfahren im Landesinneren löst.
2. Rituelle Funktion und das Streben nach Reichtum
Wie Hornek ausdrücklich bestätigt, ist der Mami Wata-Kult erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ernsthaft entstanden, und seine Rituale lassen heute deutliche Einflüsse des Hinduismus, Buddhismus und Christentums erkennen. Während sich traditionelle afrikanische Religionen oft auf die Besänftigung der Ahnen und das Überleben in der Landwirtschaft konzentrieren, ist der Mami Wata-Kult ausdrücklich auf das moderne Streben nach persönlichem Reichtum und Schönheit ausgerichtet - "das Streben nach diesen Eigenschaften ist die tägliche Aufgabe der menschlichen Ethnie" Diese Figur, "Ablo", stand auf dem häuslichen Altar als direkter Vermittler. Wie Hornek betont, ist die Übergabe von Geschenken - von trivialen Alltagsgegenständen bis hin zu wertvollem importiertem Schmuck - an Mami Wata auf Hausaltären ein besonders wichtiger Bestandteil des Kults.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Wenn Ton/Terrakotta: Die Oberfläche zeigt eine klassische, häusliche Altarpatina. Da die Mami Wata-Figuren häufig mit duftenden Ölen, Parfüms und Pulvern gesalbt wurden und nicht mit Blut oder Palmwein, hat die Oberfläche ein glatteres, weniger verkrustetes Aussehen als bei traditionellen Fetischen. Die Ansammlung von historischem Staub in den Ritzen und die leichte Abnutzung der hervorstehenden Gesichtszüge dokumentieren perfekt, dass sie jahrzehntelang von hoffnungsvollen beninischen Anhängern berührt, bekleidet und geschmückt wurden.
Zusammenfassung
Diese kleine Ablo-Figur ist eine schöne, fließende Darstellung der Wassergeister Mami Wata. Ihre Präsenz auf dem Altar eines Fetischisten verdeutlicht das moderne afrikanische Streben nach Reichtum, Schönheit und Glück durch spezialisierte Küstenkulte.



