Eine etwa 35 cm hohe Terrakottafigur der Ewe aus der Republik Benin, als Ablo verzeichnet. Eine menschliche Gestalt mit erhobenen Händen steht hinter einem vierbeinigen Tier mit geöffnetem Maul.
1. Form und Modellierung
Die Gestalt mit eng anliegender, gerippter Haarkappe blickt nach oben, Lippen und Nasenlöcher sind durchbohrt. Am Hals liegt eine Kette aus kleinen Perlen, die Arme sind nach vorn gehoben, eine Hand ist ausgestreckt, die andere hält ein kleines Tier, das auf dem Unterarm sitzt. Vor dem Körper steht ein massiges vierbeiniges Tier, dessen Kopf mit geöffnetem Maul und kleinen Augen nach vorn geschoben ist, ähnlich einem Flusspferd oder Krokodil. Zwischen Tier und Figur ragt eine kleine, kronenartige Tülle auf.
2. Oberfläche
Der rotbraune Ton trägt einen dünnen, hellen graublauen Überzug, der in Sprenkeln und Flecken abgerieben ist und die matte Oberfläche lebendig wirken lässt.
3. Kontext
Der Sammlungskatalog sieht in der Figur die typischen Attribute des Mami-Wata-Kultes. Der Name stammt aus dem Pidgin-Englisch und bedeutet etwa „Mutter des Wassers“. Der Glaube an Wassergeister, meist als Wasserschlangen, Krokodile oder Fische dargestellt, ist in afrikanischen Traditionen alt, der Kult selbst entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mami Wata steht für Reichtum und Schönheit, auf Hausaltären werden ihr Geschenke dargebracht. Die Figur stammt aus dem Dorf Guinzin und vom Fetischeur Codjo.
Zusammenfassung
Eine Terrakottafigur der Ewe in Benin, als Ablo verzeichnet: eine menschliche Gestalt mit erhobenen Händen hinter einem vierbeinigen Tier, mit dem Mami-Wata-Kult verbunden.
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