BAMILEKE-Tanzhut in der Bamum-Malin-Schatzkammer (stammesübergreifendes Artefakt der "afrikanischen Mobilität")
Ein konischer Stoffhut, der dicht mit lebhaften Glasperlen bestickt ist. Er zeigt abstrakte, stark stilisierte menschliche Gesichter, die in Perlenstickerei um die Basis herum konturiert sind, und ist mit einer kleinen, perlenbestickten Tierfigur gekrönt.
1. Ästhetischer Stil und grenzüberschreitende Perlenstickerei
Dieser Hut ist stilistisch den Bamileke zuzuordnen, wurde aber im Malin-Häuptlingstum (Bamum-Territorium) gesammelt - ein klares Beispiel für Horneks "afrikanische Mobilität". Wie Hornek ausdrücklich dokumentiert: "Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass diese Hüte aus einem Chiefdom im Stammesgebiet der benachbarten Bamum stammen. Im kamerunischen Grasland, das verschiedene größere und kleinere Ethnien und Stämme beherbergt, kommt es häufig vor, dass Kultgegenstände eines anderswo siedelnden Stammes im Gebiet eines anderen Stammes zu finden sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Häuptlinge bei gegenseitigen Besuchen Geschenke in Form von traditionellen Gegenständen ihres Stammes mitbringen. Außerdem sind verschiedene Arten von Bildhauern von einem Häuptling zum anderen gewechselt, während sie bei der Herstellung von Gegenständen ihre stammesüblichen Eigenheiten beibehalten haben, so dass sich die besonderen stilistischen Merkmale der einzelnen ethnischen Gruppen und Unterstämme zu vermischen begannen." Hornek schlussfolgert: "In solchen Fällen ist es daher durchaus üblich, als Stammeszugehörigkeit 'Kameruner Grasland' anzugeben."
2. Rituelle Funktion und das Fest der Freude
Im Gegensatz zu den furchterregenden, verkrusteten Fetischen, die für die gerichtliche Magie verwendet wurden, war dieser Tanzhut ein Instrument des reinen Festes. Wie Hornek ausdrücklich dokumentiert, werden diese Hüte bei Festen getanzt, bei denen die Lebensfreude im Vordergrund steht, "gefeiert mit Musik und Palmwein oder Schnaps oder mit Bier der Sorte '33', die man fast als Nationalgetränk bezeichnen kann." Hornek unterstreicht: "Im rituellen Gebrauch sind sie nicht dazu da, Angst und Schrecken unter den Stammesangehörigen zu verbreiten." Querverweis 293 A/B (Elefantentanzhut) für parallele Bamileke-Perlenkopfbedeckungen für Festlichkeiten.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Der Hut weist die authentische, sanfte Abnutzung auf, die mit dem festlichen Gebrauch verbunden ist. Die Glasperlen zeigen ein subtiles, ungleichmäßiges Ausbleichen durch die Sonneneinstrahlung bei Tänzen im Freien. Die organische Stoffbasis hat ihre ursprüngliche Steifigkeit verloren und ist durch das Gewicht der Perlen und die körperliche Anstrengung des Trägers biegsam geworden. Der innere Rand des Hutes ist durch Schweiß und Haaröl dunkel gefärbt, was darauf hindeutet, dass er während der lebhaften, alkoholgeschwängerten Feierlichkeiten am Hof von Malin aktiv getragen wurde und von einer bemerkenswerten Person genossen wurde.
Zusammenfassung
Dieser farbenfrohe Bamileke-Tanzhut ist ein spektakuläres, perlenbesetztes Fest der Freude auf den Grassfields. Über Stammesgrenzen hinweg ausgetauscht, dokumentieren seine sonnenverblassten Farben und sein schweißnasser Rand die friedliche, festliche Diplomatie zwischen benachbarten Häuptlingstümern.



