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Notizen

BAMILEKE Tanzhut im Bamum-Gebiet (Stammesübergreifendes Artefakt)

Ein stark skulpturaler Tanzhut, der dicht mit leuchtenden Glasperlen über einer textilen Grundstruktur bestickt ist. Das Objekt zeigt ein markantes, stilisiertes menschliches Gesicht mit hervorstehenden Gesichtszügen und einer herausgestreckten roten Stoffzunge, bekrönt von einer perlenbesetzten Tierfigur. Der mit Kauri-Schnecken gesäumte untere Rand unterstreicht die dynamische festliche Ornat-Tradition des Kameruner Graslandes.

1. Ästhetischer Stil und grenzüberschreitende Mobilität

Obwohl stilistisch in den Traditionen der Bamileke verwurzelt, stammt dieser Hut aus einem Häuptlingstum im Stammesgebiet der benachbarten Bamum. Im Kameruner Grasland, das verschiedene ethnische Gruppen beheimatet, kommt es häufig vor, dass Kultobjekte eines Stammes im Territorium eines anderen gefunden werden. Diese Mobilität ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich Häuptlinge bei gegenseitigen Besuchen traditionelle Objekte als diplomatische Geschenke überreichen. Darüber hinaus zogen Handwerker und Schnitzer historisch von einem Häuptling zum anderen, wobei sie ihre stammesgeschichtlichen Eigenheiten beibehielten und gleichzeitig neue Einflüsse aufnahmen. Diese Vermischung stilistischer Merkmale führt dazu, dass es üblich ist, die Stammeszugehörigkeit in solchen Fällen verallgemeinernd mit "Kameruner Grasland" anzugeben.

2. Rituelle Funktion und das Fest der Lebensfreude

Im Gegensatz zu rituellen Objekten, die Angst oder Schrecken unter den Stammesmitgliedern verbreiten sollen, dient dieser Tanzhut als Instrument reiner Feierlichkeit. Hüte dieser Art – mit kunstvoll konturierten menschlichen Gesichtern und Tierfiguren oder Tierköpfen, wie etwa der Elefanten-Tanzhut (siehe Objekt Nr. 293 A/B) – sind in vielen Gebieten der Bamileke sehr beliebt. Sie werden auf Festen getanzt, bei denen die Lebensfreude im Vordergrund steht. Diese Feierlichkeiten werden mit Musik und dem Konsum von Palmwein, Schnaps oder der Biersorte "33", die fast als Nationalgetränk eingestuft werden kann, zelebriert. Daher ist die überzeichnete, lebendige Gestaltung des Hutes darauf ausgelegt, einen freudigen Ausdruck zu vermitteln.

3. Materialität, Perlenstickerei und Oberflächenbeschaffenheit

Das Objekt besticht durch eine dichte Applikation von Zylinder- und Saatperlen in kontrastierenden Weiß-, Schwarz- und Rottönen, die sorgfältig vernäht wurden, um geometrische Muster und konturierte Gesichtszüge zu bilden. Das Gesicht zeichnet sich durch hervorstehende, zylindrische Augen, eine markante Nase und flache, seitliche Ohren aus. Rote Textilakzente, insbesondere die herausgestreckte Zunge und der Kamm der aufgesetzten Tierfigur, bilden einen texturellen Kontrast zu den Glasperlen. Eine Reihe von Kauri-Schnecken säumt die Basis und verleiht dem Hut beim Tanzen sowohl strukturelles Gewicht als auch akustische Elemente. Die Oberfläche weist authentische Gebrauchsspuren auf, die mit einer festlichen Nutzung übereinstimmen; die Perlen zeigen eine subtile, ungleichmäßige Patinierung und eingebetteten Staub in den Vertiefungen, während die freiliegenden textilen Elemente leichte Ausfransungen aufweisen, was auf wiederholte Handhabung bei Feierlichkeiten im Freien hindeutet.

Zusammenfassung

Dieser farbenprächtige Bamileke-Tanzhut ist ein spektakuläres, perlenbesetztes Zeugnis der festlichen Traditionen des Graslandes. Über Stammesgrenzen hinweg ausgetauscht, dokumentieren seine aufwendige Perlenstickerei, die Kauri-Schnecken-Akzente und die authentischen Gebrauchsspuren die friedliche, feierliche Diplomatie zwischen benachbarten Häuptlingstümern.

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