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FANG Eyema Byeri Reliquienfigur mit intaktem Nsekh-Korb (Äquatorialguinea, 1. Hälfte 20. Jh., 28 cm)

Dieses außergewöhnliche Ensemble zeigt eine klassische Fang-Reliquienfigur (eyema byeri) aus dunklem Holz mit gewölbter Stirn und stilisiertem Gesicht, die auf ihrem originalen, dicht geflochtenen Faser-Reliquienkorb sitzt. Die Figur ist mit organischen Seilen umwickelt und mit einer dicken, schwarzen, harzigen Patina überzogen.

1. Ästhetischer Stil - Der Eyema Byeri und die Geometrie der Vorfahren

Das Volk der Fang ist weltweit für seine Eyema Byeri (Reliquienfiguren) bekannt, bei denen die Proportionen eines Säuglings (großer bauchiger Kopf, verkürzte Gliedmaßen) und die Muskulatur eines Erwachsenen in hervorragender Weise aufeinander abgestimmt sind. Diese ästhetische Dichotomie steht für den ständigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt. Der düstere, verinnerlichte Ausdruck der Figur - gekennzeichnet durch geschlossene, schlitzförmige Augen und eine markante, gerundete Stirn - vermittelt einen Zustand tiefer, unnachgiebiger Wachsamkeit, der perfekt zu einem Wesen passt, das die heiligen, konzentrierten Knochen der Stammesgründer zu bewachen hat.

2. Rituelle Funktion - Die vollständige Nsekh Byeri Assemblage

Was dieses Objekt zu einer spektakulären ethnografischen Rarität macht, ist das unversehrte Überleben des Nsekh Byeri - des zylindrischen Kastens aus Rinde oder gewebten Fasern, auf dem die Holzfigur sitzt. In westlichen Sammlungen sind die Statuen fast durchgängig von ihren Körben getrennt. Der Korb ist der eigentliche heilige Behälter, in dem die Schädel und Schädelfragmente der Ahnen aufbewahrt werden; die Holzfigur ist lediglich der Deckel und der spirituelle Wächter. Die dicken, einheimischen Seilbindungen, mit denen die Figur am Korb befestigt ist, bewahren die vollständige, erschreckende und heilige Integrität des ursprünglichen Fang-Ahnenschreins.

3. Physische Patina - harziges Exsudat und Opferpatina

Die Oberfläche der Holzfigur ist von einer dicken, klebrigen und stark reflektierenden schwarzen Kruste umhüllt. Dabei handelt es sich nicht um eine geschnitzte Oberfläche, sondern um ein rituelles Exsudat. Die Eingeweihten der Fang salbten diese Wächter ständig mit einer Mischung aus Palmöl, Kopalharz und zerkleinertem Rotholz, um den Geist zu "nähren" und das Holz vor Insekten zu schützen. Über Jahrzehnte hinweg bildet diese Mischung eine tiefe, teerähnliche "Kraftpatina", die in feuchten Umgebungen ständig weint oder glänzt. Diese dicke, organische Ansammlung ist der ultimative Beweis für das Leben eines Objekts innerhalb des geheimnisvollen Byeri-Kults.

Zusammenfassung

Dieses Fang-Ensemble, das die außergewöhnlich seltene, vollständige Synthese einer hölzernen Wächterfigur und des dazugehörigen geflochtenen Knochenkorbs der Vorfahren bewahrt, ist ein ethnografischer Schatz ersten Ranges. Die dicke, triefende Harzpatina dient als buchstäbliches und chemisches Archiv der kontinuierlichen, tiefen Byeri-Anhänglichkeit.

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