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Notizen

MUMUYE Ahnenstatue (Iagalagana)

Eine Holzfigur (81 cm) aus dem 19. Jahrhundert von den Mumuye in Nigeria - länglicher, röhrenförmiger Torso, Scheitelkopf mit großen, ausgestellten Ohren und langen, bandartigen Armen, die sich nach unten neigen, um einen dramatischen negativen Raum auf beiden Flanken zu schaffen.

1. Ein Überlebender aus dem 19. Jahrhundert

Vorkoloniale Mumuye-Figuren sind außergewöhnlich selten.

  • Tiefe rituelle Patina: Die Oberfläche ist erodiert, rissig und mit Opfermaterial verkrustet - die authentische Aufzeichnung des Schreingebrauchs im neunzehnten Jahrhundert.
  • Ästhetik vor dem Kontakt: Geschnitzt, bevor europäische Handelsgüter die visuelle Kultur Nigerias umgestalteten, bewahrt diese Figur die reinsten Proportionen der Mumuye-Idiomatik.

2. Die kubistische Silhouette

Die Formensprache ist der Höhepunkt der Abstraktion im Benue-Tal.

  • Arme aus Bändern: Die Arme sind vom Körper losgelöst und schwingen wie Strebepfeiler nach außen, wodurch das dichte Hartholz in einen schwebenden Rhythmus übergeht.
  • Langer Kopf: Der hohe Scheitel und die riesigen Ohren verraten die prestigeträchtige Frisur und die Ohrstöpsel, die die Figur als eine Person von hohem Ahnenrang ausweisen.

3. Orakel des Wahrsagers

Dies war kein passives Grabzeichen.

  • Das Instrument des Priesters: Befand sich im persönlichen Besitz eines Meisters der Wahrsagerei (Iaga) und wurde täglich in Wahrsagesitzungen benutzt.
  • Mundstück der Ahnen: Fragen zu Krankheit, Diebstahl, Krieg und Dürre wurden direkt an die Figur gestellt, deren vermittelte Antworten die Autorität der Ahnen verkörperten.

Zusammenfassung

Diese Mumuye-Figur aus dem 19. Jahrhundert ist ein Meisterwerk der vorkolonialen Skulptur des Benue-Tals. Ihre kinetische, bandbewehrte Silhouette und die authentische rituelle Patina machen sie zu einem der mächtigsten Orakelinstrumente, die ein Mumuye-Wahrsager einsetzen konnte.

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