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Notizen

IGBO/IZI Weibliche Culthouse-Statue mit Schamhaube aus Fasern, 142 cm (Nigeria, 1. Hälfte 20. Jh., Holz)

Diese außergewöhnlich große, dunkle Holzstatue stellt eine langgestreckte weibliche Figur mit einem vorspringenden Nabel, kleinen, nach vorne gestreckten Händen und einer komplizierten geometrischen Skarifikation im Gesicht dar. Sie ist mit einer dicken, authentischen Schambehaarung aus getrockneten, verfilzten Pflanzenfasern geschmückt.

1. Ästhetischer Stil - Der Izzi-Sub-Stil der Igbo-Statuette

Das Volk der Izzi, eine nordöstliche Untergruppe der Igbo in Nigeria, besitzt einen sehr ausgeprägten, aggressiven und monumentalen Schnitzstil. Diese Kulthaus-Statue ist ein Beispiel für ihre Ästhetik, die sich radikal von den eher naturalistischen Schnitzereien der südlichen Igbo unterscheidet. Die Figur ist stark gestreckt und starr und betont die schiere architektonische Größe (142 cm) gegenüber dem anatomischen Realismus. Die Gesichtszüge sind kühn geschnitzt und werden durch tiefe, klanspezifische Skarifikationen hervorgehoben. Die aggressive, nach vorne drängende Haltung und der ausgeprägte, hervorstehende Nabel - ein universelles afrikanisches Symbol der Abstammung und der mütterlichen Nabelverbindung zu den Ahnen - vermitteln eine rohe, kompromisslose Kraft.

2. Rituelle Funktion - Gemeinschaftsschreine und die Alusi-Geister

Monumentale Statuen dieses Kalibers befanden sich nicht in Privatbesitz, sondern waren kollektives, heiliges Eigentum des Dorfes, das in massiven gemeinschaftlichen Kulthäusern oder Schreinen untergebracht war. Die Figur stellt einen Alusi (Naturgottheit) oder einen vergöttlichten Stammesvater des Izzi-Clans dar. Diese Statuen bildeten ein physisches Pantheon innerhalb des Schreins, umgeben von Opfergaben und kleineren Figuren. Die Gemeinschaft bat diese überragende weibliche Gestalt um landwirtschaftliche Fruchtbarkeit, Schutz in Kriegszeiten und die erfolgreiche Geburt von Kindern und betrachtete die Statue als die buchstäbliche, physische Verkörperung der schützenden mütterlichen Lebenskraft des Dorfes.

3. Physische Patina - Schrein-Taphonomie und Erhaltung der Originalfasern

Die ethnografische Integrität dieser massiven Statue ist außergewöhnlich, vor allem aufgrund der Erhaltung der dicken, getrockneten Schamhaube aus Fasern. Organische Materialien überleben in dem feuchten nigerianischen Klima nur selten, was beweist, dass diese Statue sorgfältig in einem trockenen Kulthaus aufbewahrt und geschützt wurde. Das Holz selbst ist zu einer tiefen, matten, rußgeschwärzten Patina oxidiert, die das Ergebnis der jahrzehntelangen Einwirkung von Schreinfeuern und der Ansammlung von atmosphärischem Staub und Opfertränken ist. Die natürlichen Austrocknungsrisse, die entlang der vertikalen Maserung verlaufen, sind ein weiterer Beweis für das hohe Alter und die historische Verwendung des Holzes.

Zusammenfassung

Diese Igbo-Izzi-Kultstatue ist ein gewaltiger und beeindruckender Ausdruck der spirituellen Architektur im Nordosten Nigerias und beherrscht den Raum mit aggressiver, unnachgiebiger Kraft. Ihre massiven Ausmaße, die intensiven Ritzungen und die wunderbare Erhaltung der organischen Fasern machen sie zu einem erstklassigen musealen Altertum.

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