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Notizen

FON Bocio Statue

Eine schlichte, ausdrucksstarke Vodun-Figur aus Holz (wohl 1. Hälfte 20. Jh., 78 cm) der Fon aus der Republik Benin – dargestellt mit einem ausgeprägten Phallus, Schnüren und Knochensplittern, die fest um die Taille gebunden sind, sowie einem großen Eisendorn, der in den Scheitel getrieben wurde.

1. Die Mechanik des Bocio

Das Objekt zeigt die charakteristischen Merkmale eines rituell aufgeladenen Bocio ("ermächtigter Körper") aus der Fon-Vodun-Tradition.

  • Psychologische Wirkung: Bocio wurden traditionell von einem Wahrsager in Auftrag gegeben, um bestimmten schweren Bedrohungen aktiv zu begegnen.
  • Ritueller Einsatz: Ob zur Abwehr eines Fluches, zur Schwächung eines Gegners oder zur Behauptung in persönlichen Konflikten – diese Figuren waren für den aktiven rituellen Gebrauch bestimmt, nicht für dekorative Zwecke.

2. Der eiserne Spieß und Gu

Das in den Scheitel getriebene Eisen gilt im rituellen Kontext als das aktivierende Element der Figur.

  • Bereich des Gu: Im Vodun wird Eisen traditionell mit Gu assoziiert – der Gottheit des Krieges, des Metalls und der transformativen Kraft.
  • Rituelle Aktivierung: Durch das Eintreiben des Eisens in das Holz sollte der herbeigerufene Geist fixiert und das hölzerne Surrogat mit der rituellen Kraft von Gu verbunden werden.

3. Bindende und generative Kraft

Die Bearbeitung der Taille verweist auf eine zweifache rituelle Ausrichtung der Figur.

  • Phallische Darstellung: Symbolisiert generative Lebenskraft und offensive Energie – den rituellen Angriffsmodus des Bocio.
  • Knochen- und Schnurumwicklungen: Dienten dazu, die rituellen Substanzen am Holz zu fixieren, und sollten metaphorisch die Probleme oder Widersacher des Besitzers binden, um sie rituell zu schwächen.

Zusammenfassung

Dieser Bocio stellt ein eindrucksvolles Zeugnis ritueller Abwehrpraktiken dar. Aktiviert durch einen eisernen Dorn und mit Knochen verbunden, zeigt sich in ihm die physische Manifestation der Vodun-Schutzmagie, die darauf ausgerichtet war, spirituelle Energien zu absorbieren und abzulenken.

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