DOGON Original Paar (Stehender Nommo)
Ein Dogon-Urzeitpaar (18.-19. Jh., 65 cm) aus Mali - aus einem einzigen massiven Holzblock geschnitzt, eine langgestreckte männliche und weibliche Figur, die nebeneinander stehen und einen Arm um die Schulter des anderen legen. Das Holz weist eine stark verkrustete, tief zerklüftete, grau-braune Oberfläche auf, die typisch für die lange Lagerung in Höhlen ist.
1. Der langgestreckte Kubismus des Bandiagara Escarpment
Dieses Stück ist eine phänomenale Manifestation des klassischen architektonischen Schnitzstils der Dogon, der die europäische Skulptur der Moderne stark beeinflusst hat.
- Schwebende Vertikalität: Der Künstler setzt auf schwebende Vertikalität - röhrenförmige Verlängerungen von Torsi und Gliedmaßen schaffen ein Gefühl von imposanter, ruhiger Würde.
- Geometrische Volumina: Helmartige Köpfe, pfeilförmige Nasen und eine starre, symmetrische Haltung projizieren tiefe Stille und strukturelle Beständigkeit - der menschliche Körper wird als eine Reihe miteinander verbundener geometrischer Volumina behandelt.
2. Die Nommo-Zwillinge und die kosmische Dualität
Diese Skulptur stellt die ursprünglichen Nommo-Zwillinge dar - grundlegende Wesen der Dogon-Schöpfungsmythologie, die von dem Schöpfergott Amma geformt wurden.
- Die männlichen und weiblichen Figuren, die sich umarmen, symbolisieren die kosmische Dualität, die eheliche Harmonie und das perfekte Gleichgewicht, das für das Überleben der Gesellschaft erforderlich ist.
- Platzierung im Hogon-Schrein: Diese heiligen Figuren wurden in den privaten Schreinen des Hogon (des obersten spirituellen Führers) aufbewahrt - sie wurden verehrt, um landwirtschaftlichen Regen, menschliche Fruchtbarkeit und den ständigen Segen der Urahnen zu gewährleisten.
3. Patinierung und Austrocknung des Steilhangs
Die Datierung auf das 18. bis 19. Jahrhundert wird visuell durch die extremen Trockenfäule- und Austrocknungsrisse bestätigt, die sich vertikal durch den Kern des Holzes ziehen.
- Mikroklima der trockenen Klippen: Das Holz wurde in Schreinen aufbewahrt, die sich in den trockenen Höhlen der Bandiagara-Klippen befanden, und war vor saisonalen Regenfällen geschützt, aber ständig den trockenen Winden der Sahara ausgesetzt.
- Versteinerte Oberfläche: Dieses einzigartige Mikroklima versteinert das Holz über Jahrhunderte hinweg - und hinterlässt eine sehr brüchige, stark oxidierte Oberfläche, die keinerlei ölige Patina aufweist, wie sie auf zugänglicheren Haushaltsgegenständen zu finden ist.
Zusammenfassung
Als monumentaler und eleganter Ausdruck der Entstehungsmythologie der Dogon verkörpert dieses originelle Paar die strenge Vertikalität der malischen Schnitzkunst. Seine tiefe, trocken verwitterte Höhlenpatina bestätigt seine uralte Herkunft aus den heiligen Bandiagara-Felsenschreinen.



