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Notizen

DOGON Granary Window Shutter (Nommo mit hochgezogenen Armen)

Ein schwerer rechteckiger hölzerner Kornspeicherladen (19. Jh. - 1. Hälfte 20. Jh., 54 cm) von den Dogon aus Mali - geschnitzt im Hochrelief mit Reihen von menschlichen Figuren, die ihre Arme zum Himmel halten.

1. Der Kornspeicher als Zentrum des Universums

Für die Dogon ist der Getreidespeicher das wichtigste architektonische Bauwerk des Dorfes.

  • Er ist nicht nur ein Silo, sondern ein verkleinertes Modell des Universums, das als "Heiligtum der Nahrung" bezeichnet wird und für das Überleben des Stammes steht. Die schweren Holztüren und Fensterläden sollen die Ernte vor physischen Dieben und, was noch wichtiger ist, vor geistiger Verunreinigung schützen.

2. Ikonographie des Nommo

Das auffälligste Merkmal dieses Fensterladens sind die Reihen menschlicher Figuren, die ihre Arme in den Himmel strecken.

  • Die Gebetsgeste: Sie stellen die Nommo (die vom Hochgott Amma erschaffenen hermaphroditischen Urahnen) oder menschliche Priester dar, die um Regen beten.
  • Leben und Tod in der Sahelzone: In der rauen, trockenen Umgebung ist der Regen der ultimative Schiedsrichter über Leben und Tod - so wirkt die Vervielfältigung dieser Figuren wie ein kontinuierliches geschnitztes Gebet um Niederschlag.

3. Vervielfältigung als magisches Plädoyer

  • Jede Figur ein Gebet: Die Wiederholung ist nicht dekorativ. Jede hinzugefügte Figur ist eine verstärkte Bitte um die Vermehrung des Familiengeschlechts und um die Vermehrung des Getreides im Silo.
  • Ein hölzernes Gebetbuch: Indem sie die Nommo-Gebetsgeste als dauerhaftes Relief an der Tür des Getreidespeichers anbrachten, verwandelten die Dogon einen zweckmäßigen Verschluss in eine ständige Anrufung für Regen, Ernte und Abstammung.

Zusammenfassung

Dieser Verschluss ist ein hölzernes Gebetsbuch. Er verwandelt eine zweckmäßige Tür in eine ununterbrochene, geschnitzte Anrufung, die Jahr für Jahr um Regen und Ernte bittet, die die Abstammung am Leben erhalten.

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