DOGON Reiterfigur (Bärtiger Hogon)
Ein massiver monumentaler Dogon-Reiter (wohl 19. Jh., 108 cm) aus Mali - ein imposanter Anführer mit markantem Spitzbart, der auf einem stark stilisierten Pferd sitzt und eine sehr trockene, tief zerklüftete, vom Wind erodierte grau-braune Patina trägt. Veröffentlicht in DOGON S. 94. Gepaart mit 0381.
1. Monumentaler Dogon-Kubismus
Dieser wohl dem 19. Jahrhundert entstammende Reiter gilt als ein herausragendes Beispiel des kubistischen Stils der Dogon - einer Bildsprache, die den westlichen Modernismus des 20. Jahrhunderts stark beeinflusst hat.
- Sich überschneidende geometrische Volumina: Der Schnitzer behandelt den menschlichen und den tierischen Körper als sich überschneidende Zylinder, Sphären und scharfe Winkel - er reduziert den flüssigen Naturalismus, um stoische, unnachgiebige Kraft zu vermitteln.
- Architektonisches Herzstück: Die schiere Größe (108 cm) legt nahe, dass diese Figur nicht für einen kleinen persönlichen Schrein, sondern als monumentales architektonisches Zentrum geschaffen wurde, das den physischen Raum eines Dorfheiligtums dominieren sollte.
2. Der Hogon und die kosmische Arche
In der Dogon-Mythologie ist das Pferd die irdische Darstellung der "Arche", die die Ur-Ahnen der Nommo vom Himmel auf die Erde getragen hat.
- Autorität mit spitzem Bart: Ein Reiter mit spitzem Bart wird traditionell als Hogon (oberster religiöser und politischer Führer) interpretiert - er symbolisiert die höchste göttliche Autorität.
- Stammesgründer-Denkmal: Dieses massive Stück dürfte zum Gedenken an einen legendären Stammesgründer geschnitzt worden sein - im Hof des Hogon aufgestellt, sollte es nach traditioneller Vorstellung die kosmische Ordnung des Dorfes sichern und die herrschende Elite direkt mit der mythischen Entstehungsgeschichte des Dogon-Volkes verbinden.
3. Austrocknung des Steilhangs und Abstammung der Elite
Dieses Stück ist im Referenzwerk DOGON auf S. 94 veröffentlicht und dokumentiert.
- Mikroklima der Bandiagara-Klippen: Durch eine vermutete Lagerung in den trockenen Höhlen der Bandiagara-Klippen weist das Holz eine stark ausgetrocknete Struktur auf.
- Pulverförmige gebleichte Oxidation: Tiefe strukturelle Risse und eine pulverförmige, gebleichte Oxidation sind charakteristisch für das besondere Mikroklima der malischen Klippen.
Zusammenfassung
Dieser in der Fachliteratur veröffentlichte und über einen Meter hohe Dogon-Reiter, der dem 19. Jahrhundert zugeschrieben wird, gilt als ein bedeutendes Werk der afrikanischen Kunst. Seine strenge Patina und seine ausgeprägte kubistische Geometrie machen ihn zu einem Objekt von hohem Sammlerinteresse.



